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eCampus 2015 - So lernt man bei den Fernschulen

24. März 2015 von Fabian Haubner in Aktuelles

Wer im Jahre 2015 ein Fernstudium beginnt, stellt hohe Anforderungen an die Fernschule. Nicht nur Qualität und Service sind für die meisten Interessierten von großem Interesse, sondern auch, wie sich das Lernen an sich gestaltet. Unser Test zu den eCampus-Lösungen einiger großer Anbieter soll helfen, einen Einblick zu geben. Eine Lernplattform im Jahre 2015 muss vielen Anforderungen gerecht werden.

Der eCampus soll die Kommunikation zwischen Schule, Dozenten und Teilnehmern ermöglichen und fördern. Zugleich soll er, als Lernplattform, den Zugriff auf die Lernmaterialien und – in einigen Fällen – auch deren direkte Bearbeitung ermöglichen.

Inhaltsverzeichnis

Grundlage des Tests

Folgende Kriterien wurden beim Test zugrunde gelegt:

Kommunikation und Beratung

Wir haben untersucht, wie schnell die Lernberatung bei Lernproblemen oder Schwierigkeiten zu finden ist. Außerdem wollten wir wissen, ob es eine plattformgestützte Möglichkeit zur Kommunikation zwischen den Teilnehmern gibt und ob eine unkomplizierte Art der Kommunikation zwischen Teilnehmern und Dozenten sichergestellt ist. Darüber hinaus haben wir geprüft, ob die Kommunikationsform direkt (Messaging, Chat) oder indirekt und zeitverzögert (Forum) erfolgt. Wichtig war uns auch, ob man gezielt nach Personen suchen kann, die denselben Kurs belegt oder sogar dieselbe Aufgabe bearbeiten.

Organisation und Lernen

In dieser Kategorie haben wir geprüft, ob es ein Online-Sekretariat gibt, bei dem man alle persönlichen Daten online aktualisieren kann und in dem Formulare zum Download bereit stehen. Wir wollten außerdem wissen, ob es eine Notenübersicht oder die Angabe eines Notendurchschnitts gibt und wie schnell man eine Leistungsübersicht oder eine Angabe über den Lernfortschritt bekommt. Ein zentraler Punkt war auch, in welcher Form das Lernmaterial vorliegt. Gibt es mehr als nur Studienbriefe zum Download? Zuletzt haben wir bewertet, ob – und wenn ja welche – Drittsoftware zum Einsatz kommt.

Plattform und Zukunftssicherheit

Entscheidend in der letzten Kategorie war die Frage, ob die Plattform auf mobilen Endgeräten darstellbar ist oder ob es eine andere Lösung gibt. Außerdem haben wir uns dafür interessiert, ob die Plattform auch genutzt wird, um Umfragen zu starten oder besondere Online-Aktionen durchzuführen. Besonderes Augenmerk haben wir der Tatsache geschenkt, ob die Lernaufgaben auch tatsächlich auf der Plattform gelöst werden können. Zuletzt wollten wir wissen, wie die gesamte optische Gestaltung des eCampus ist und wie gut Bedienbarkeit bzw. Navigation funktionieren. Später hinzugekommen ist dann noch der Punkt bezüglich Kooperationen: Gibt es Zugriff auf Softwarepakete, oder auf Verlags- oder Fachbibliotheken etc.?

Ziel des Tests

Wir haben es uns nicht zum Ziel gemacht, die Plattformen untereinander zu vergleichen oder Noten zu vergeben. Wir möchten alle eCampus-Lösungen unabhängig voneinander vorstellen, um Fernstudieninteressierten einen Einblick in die Möglichkeiten des ortsunabhängigen Lernens zu geben. Die Auswahl der Plattformen hing auch davon ab, ob wir unter Beachtung datenschutzrechtlicher Vorgaben Zugang zum System bekommen haben.

 

Apollon, SGD, WBH (waveLearn)

Wie ist die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit?

waveLearn ist seit einigen Monaten vollständig für mobile Endgeräte optimiert (Responsive Design). Die Apollon Hochschule wird in Kürze nachziehen. Das bedeutet, dass die Plattform auf allen Geräten und Bildschirmen gleichermaßen funktioniert. Die Menüstruktur ist intuitiv und eingängig. Die Optik ist im jeweiligen Look der Schule gehalten. waveLearn bietet eine ganzheitliche Lösung, d.h. es müssen keine weiteren Tools (außer einem PDF-Reader) genutzt werden.

Welche Funktionen sind abgedeckt?

Alle aktuellen Informationen zu den eigenen Lehrgängen (Klausurtermine, Lernmaterialien und Prüfungsbögen) sowie weitere Neuigkeiten und Nachrichten sind sofort auf einem Blick verfügbar, Seminare sind direkt buchbar, Klausurergebnisse online einsehbar. Über den Messenger kann man sich live mit Kommilitonen aus seinem Lehrgang oder mit Tutoren unterhalten. Bei einigen Anbieter ist auch bereits die Videokonferenz (mit bis zu vier Teilnehmern) möglich.

Welches System steckt hinter der Plattform?

Sowohl die APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft, die Studiengemeinschaft Darmstadt als auch die Wilhelm Büchner Hochschule greifen auf den Online-Campus waveLearn zurück und gestalten ihn nach eigenen Bedürfnissen aus. Die Plattform ist ursprünglich in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut entwickelt worden und hat bereits mehrere Auszeichnungen erhalten.

Sehr praktisch ist auch die lokale Suche nach Teilnehmern per Deutschlandkarte. Mit der systemübergreifenden Suche kann man sowohl Kurse und Materialien als auch Teilnehmer finden.

Die eigenen gebuchten Module findet man in der Lehrgangsübersicht. Zu jedem Modul gehört die Angabe über den individuellen Lernfortschritt. Dort kann man auch das entsprechende Audio- oder Videomaterial, Textaufgaben herunterladen sowie an WBTs (Web-Based-Trainings) teilnehmen und die komplette Kommunikation mit seinem Tutor abwickeln (betreute Einsendeaufgaben).

Chat Forum Direktnachrichten Notenübersicht
Videos Webinare Live-Tests Responsive Design*

*Responsive Design schließt Apps oder zusätzliche für mobile Geräte optimierte Lösungen aus.

Größter Pluspunkt: Dadurch, dass die Plattform von drei großen Anbietern genutzt wird, wird auch das System kontinuierlich weiterentwickelt. Es ist eine All-in-One Lösung, d.h. alle Belange des Studiums werden über diese zentrale Plattform geregelt.

Unser Verbesserungsvorschlag: Technisch ist die Plattform absolut auf der Höhe der Zeit, für die Zukunft würden wir uns wünschen, dass die Entwicklung auch im Design noch weiter fortschreitet.

 

Institut für Lernsysteme (Onlinestudienzentrum)

Wie ist die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit?

Die Oberfläche ist übersichtlich, aufgeräumt und ermöglicht eine schnelle Navigation. Man kann auf einen Blick erkennen, wie es um den allgemeinen Lernfortschritt steht. Außerdem findet man dort eine Kontaktleiste, welche die Kommunikation mit den Tutoren und anderen Teilnehmern ermöglicht.

Über das Hauptmenü kommt man u.a. zu seinen Lernmaterialien und bekommt weitere Informationen zum Fernstudium sowie Tipps zum Lernen. Dort findet man auch eine Info-Box, die neue Nachrichten oder Mails und die derzeitige Anzahl der Chat-Teilnehmer anzeigt.

Welche Funktionen sind abgedeckt?

Das OSZ des ILS verfügt über alle wichtigen Funktionen: Kommunikation, Zugriff auf Lernmaterialien und weitere Features wie etwa eine individuelle Lernberatung. Auffällig ist, dass man beim ILS zu jedem Modul einen Button vorfindet, über den man direkt Fragen zum Modul an den Fernlehrenden oder an das entsprechende Forum stellen kann.

Welches System steckt hinter der Plattform?

Bereits seit Mitte der 90er Jahre kooperiert das ILS mit der schenck.de AG bei der Entwicklung des „Online-Studienzentrums“ (OSZ). Im Laufe der Jahre wurde das OSZ um viele Funktionen und Kommunikationsmöglichkeiten erweitert.

Die Lernmaterialien liegen als PDF-Lernbriefe vor. Im Downloadbereich gibt es darüber hinaus Lernübungen, die als startfähige Programme auf den Rechner runtergeladen werden können. Virtuelle Veranstaltungen (Webinare) sowie Meetings werden über Adobe Connect abgehalten.

Chat Forum Direktnachrichten Notenübersicht
Videos Webinare Live-Tests Responsive Design*

*Responsive Design schließt Apps oder zusätzliche für mobile Geräte optimierte Lösungen aus.

Größter Pluspunkt: Mit dem Online-Studienzentrum kann das ILS auf einen gewachsenen, gut strukturierten Online-Campus blicken. Der Vorteil in der jahrelangen Entwicklung steckt darin, dass bereits viele Komfortfunktionen vorhanden sind und sich viele Extras (Frage stellen/Mail aktivieren etc.) durch einfaches An- und Abwählen steuern lassen.

Unser Verbesserungsvorschlag: Zwar sind alle Materialien per Download problemlos verfügbar, es wäre jedoch optimal, wenn Material zur Vertiefung angeboten würden. So vermisst man die Möglichkeit, Aufgaben direkt im Onlinestudienzentrum bearbeiten zu können.

 

IUBH - School of Business and Management

Wie ist die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit?

Die Lernplattform ist von der Navigation minimalistisch und vom Design sehr aufgeräumt gehalten. Alle Funktionen sind leicht zu überblicken Sollte man sich einmal nicht zurecht finden, gibt es Tool-Tipps und Hilfen, die man nutzen kann. Alle nötigen Lernmaterialien sind in einer kompakten Übersicht zusammengestellt.

Welche Funktionen sind abgedeckt?

Auch Clix deckt alle wichtigen Funktionen in puncto Lernmaterialien, Kommunikation und Planung des Studiums ab. Als eine der wenigen Plattformen bietet es die Möglichkeit, online und in Echtzeit die notwendigen Tests für Prüfungen abzulegen. Die Tests werden direkt bei der Modulübersicht, d.h. bei den Lernmaterialien, angezeigt. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um Multiple-Choice-Fragen oder Lückentexte.

Welches System steckt hinter der Plattform?

Die IUBH nutzt die Lernplattform Clix, eine eigene Entwicklung speziell für die Belange der Hochschule. Weiterhin wird auf den Service von Adobe Connect zurückgegriffen, sei es für Webinare oder VODs (Video-on-Demand Angebote). Derzeit ist auch eine App in Entwicklung, welche bisher allerdings noch nicht auf Lernmaterialien zurückgreifen kann.

Unter „Kolloboratives Lernen“ verstecken sich weitere Kommunikationsmöglichkeiten. So kann man Fachfragen in Foren stellen oder an Live-Meetings per Adobe Connect teilnehmen. Alle Meetings und Vorlesungen sind auch später als VODs (Video-on-demand) verfügbar. Der Kontakt zu anderen Kommilitonen ist über Foren oder über einen Chat möglich.

Chat Forum Direktnachrichten Notenübersicht
Videos Webinare Live-Tests Responsive Design*

*Responsive Design schließt Apps oder zusätzliche für mobile Geräte optimierte Lösungen aus.

Größter Pluspunkt: Die IUBH bietet mit ihrer Lernplattform Clix einen übersichtlich gestalteten Online-Campus, der keine der wichtigen Funktionen vermissen lässt. Die Möglichkeit, in Echtzeit Tests und Prüfungen abzulegen ist dabei ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

Unser Verbesserungsvorschlag: Für einen noch reibungsloseren Ablauf der Lern- und Prüfungsphasen wäre eine schnellere Ladezeit in Zukunft sicher sinnvoll.

 

PFH Private Hochschule Göttingen

Wie ist die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit?

Alle Menüpunkte lassen sich schnell und unkompliziert über die obere Navigation erreichen. Falls man trotzdem einmal den Überblick verliert, hilft die übergreifende Suche schnell wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Bis auf einen PDF-Reader benötigt man keine andere Software. Videos und Audiodateien werden auf der Plattform selbst wiedergegeben.

Welche Funktionen sind abgedeckt?

Die Plattform verfügt über die wichtigsten Funktionen: Terminplaner, Klausur- und Modulübersicht, direkte Anmeldung zu den Prüfungen, Zugang zum Lernmaterial und ein Forum. Ein Großteil der Informationen wird direkt als Text in der Plattform dargestellt oder ist als PDF-Datei verfügbar. Die PFH bietet ihren Studierenden Softwarepakete zur kostenfreien Nutzung und Zugang zu Datenbanken über ein VPN-Netzwerk an.

Welches System steckt hinter der Plattform?

Die PFH nutzt ein eigenes, auf PHP basierendes, System als Online-Campus. Die Plattform ist optisch eher einfach gehalten, überzeugt aber durch seine schnelle Navigation.

Als Besonderes Feature gibt es eine integrierte Mitfahrerbörse für die Präsenztermine. Außerdem wird ein IT-Support angeboten, der einem bei jedem Problem mit der Plattform zur Seite steht.

Obwohl keine Möglichkeit für die direkte Kommunikation unter den Kommilitonen auf der Plattform vorhanden ist, kann der Austausch untereinander zumindest über das campuseigene Forum stattfinden.

Chat Forum Direktnachrichten Notenübersicht
Videos Webinare Live-Tests Responsive Design*

*Responsive Design schließt Apps oder zusätzliche für mobile Geräte optimierte Lösungen aus.

Größter Pluspunkt: Hinter der doch recht einfach gehaltenen Optik des Online-Campus der PFH versteckt sich eine schnelle und effektive Plattform. Die Navigation ist eingängig und ohne große Mühen zu bedienen.

Unser Verbesserungsvorschlag: Bisher ist der Campus leider noch nicht für mobile Geräte optimiert. Um den Studenten eine noch einfachere Bedienung der Plattform zu ermöglichen, wäre dies sicher für die Zukunft eine sinnvolle Erweiterung.

 

SRH FernHochschule Riedlingen

Wie ist die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit?

Der Campus der SRH FernHochschule Riedlingen wirkt zunächst etwas unübersichtlich. Man findet sich jedoch nach einiger Eingewöhnung recht gut zurecht. Die Funktionen der Software sind über das normale Maß hinausgehend: So wurden sowohl ein eigener Kalender, als auch ein vollwertiges Mailprogramm (kein Outlook notwendig) in den Campus integriert. Somit benötigt man außer für die Anfertigung von wissenschaftlichen Arbeiten keine weitere Drittsoftware.

Die Oberfläche der Software lässt sich ganz nach den eigenen Vorstellungen gestalten. Es gibt eine Vielzahl von Icons, die sich anpassen lassen und auch die Farben der Oberfläche können frei gewählt werden.

Welche Funktionen sind abgedeckt?

Der Campus der SRH FernHochschule Riedlingen dient vorrangig dem Austausch zwischen Dozenten und Teilnehmern. Aber auch die Teilnehmer können die Nachrichtenfunktionen (Mail, Chat, Gruppenterminkalender) unter sich nutzen und Studierende haben die Möglichkeit, eigene Gruppenarbeitsbereiche anzulegen und die Rechte dafür selbst zu verwalten. Das führt dazu, dass es verschiedene Kanäle gibt: Für offizielle Meldungen der SRH, für den studiengangsbezogenen Austausch und für detaillierte Fachfragen. Selbstverständlich gibt es auch einen Terminplaner sowie eine Modulübersicht mit Lernfortschrittsanzeige.

Welches System steckt hinter der Plattform?

Die SRH FernHochschule Riedlingen wartet mit einer eigenen Clientsoftware auf. Das Produkt mit Namen FirstClass lässt sich aber auch als Browseranwendung starten und verfügt über eine direkte Anbindung an das iPad. Da bei der SRH jeder Student der sogenannten iPad-Studiengänge mit einem solchen Apple-Gerät ausgerüstet wird, werden eine Menge technischer Probleme umgangen. Nicht zuletzt, weil alle wichtigen Programme bereits vorinstalliert sind.

Dank der Bereitstellung der iPads für die Studenten werden alle Materialien in iTunes hochgeladen. Dabei nutzt die FernHochschule den EPUB-Standard, welcher es ermöglicht, Video und Audio in Textdokumente wiederzugeben. Webinare werden über Adobe Connect abgehalten und stehen auch später zum Download zur Verfügung. Über iTunes können sämtliche Materialen heruntergeladen werden, sodass es auch möglich ist, offline zu lernen. Zusätzlich haben die Studierenden über eCampus Zugang zu umfangreichen Onlinebibliotheken mit deutschen und auch englischen Werken.

Chat Forum Direktnachrichten Notenübersicht
Videos Webinare Live-Tests Responsive Design*

*Responsive Design schließt Apps oder zusätzliche für mobile Geräte optimierte Lösungen aus.

Größter Pluspunkt: Die SRH FernHochschule Riedlingen setzt konsequent auf Apple-Produkte. Das bringt eine Menge Vorteile. Am meisten profitieren die Studenten wohl von iTunes als zentraler Sammelstelle aller Lernmaterialien.

Unser Verbesserungsvorschlag: Die vielen Möglichkeiten der Plattform führen leider zu einer gewissen Unübersichtlichkeit. Hier gäbe es bestimmt in Zukunft noch mehr Möglichkeiten, gerade den Einstieg für neue Studenten auf der Plattform einfacher zu gestalten.

 

WINGS: Fernstudium Hochschule Wismar

Wie ist die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit?

Die Lernplattform kann man unter folgender Adresse als Gast aufrufen: https://wingsonline.net Insgesamt ist sie übersichtlich gestaltet und fokussiert sich auf die wesentlichsten Funktionen. Sie ist grafisch an die Optik der Website angelehnt. Die Lerninhalte werden über externe Tools aufgerufen: Für Vorlesungen nutzt die WINGS Adobe Captivate, für Webinare wird Adobe Connect verwendet. Eine interne Kommunikation zwischen den Studierenden ist zwar auch über die Plattform möglich, zusätzlich dazu organisieren sich Lerngruppen auch über Facebook oder Whatsapp.

Welche Funktionen sind abgedeckt?

Auffällig ist zunächst einmal die Trennung von Organisations- und Lernplattform. Das LSF-System wird von vielen Hochschulen eingesetzt und bietet als staatliche Lösung viele datenschutzrechtliche Vorteile für die Verwaltung. Die davon abgekoppelte Lernplattform hingegen versorgt die Studenten mit dem nötigen Lernmaterial. Prüfungen werden darüber jedoch nicht abgehalten – die Hochschule setzt hier vollständig auf Präsenztermine.

Welches System steckt hinter der Plattform?

Die Online-Plattform von WINGS-FERNSTUDIUM basiert auf dem freien Kursmanagementsystem Moodle. Daneben gibt es für die Notenvergabe und Bearbeitung persönlicher Daten separate Hochschul-Verwaltungssysteme (LSF und StudIP). Als dritte Einheit ist nun seit Neustem auch eine App verfügbar, welche für Apple- sowie Android-Systeme angeboten wird und demnächst mit der Lernplattform verknüpft wird.

Die Lernplattform deckt alle wichtigen Funktionen ab (Kommunikation, Zugang zu Lernmaterialien, allgemeine Informationen, Kontakt zu den Lehrenden, Kalender, Notenübersicht, Modulübersicht und Lernfortschritt). Die App verfügt über die gleichen Funktionen – mit einer Ausnahme: bisher ist es nicht möglich, Moodle-Lernmaterialien abzurufen. Das wird in einem künftigen Update nachgereicht.

Chat Forum Direktnachrichten Notenübersicht
Videos Webinare Live-Tests Responsive Design*

*Responsive Design schließt Apps oder zusätzliche für mobile Geräte optimierte Lösungen aus.

Größter Pluspunkt: Die WINGS-Lernplattform überzeugt durch ihre übersichtliche Navigation und die effektive Funktionalität. WINGS beschränkt sich hierbei ohne großen Schnickschnack auf die wichtigsten Möglichkeiten, die eine Lernplattform bieten sollte. Die Oberfläche ist benutzerfreundlich und intuitiv.

Unser Verbesserungsvorschlag: Die datenschutzrechtlichen Vorteile des LSF-Systems sind nicht von der Hand zu weisen, trotzdem wäre eine gemeinsame Bedienung und Verwaltung aller Daten auf einer Plattform für die Zukunft noch nutzerfreundlicher.

 

AHAB Akademie (Itslearning)

Wie ist die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit?

Der AHAB Online-Campus „its-learning“ ist sehr übersichtlich gestaltet. Nachrichten und Meldungen werden immer im oberen Menü angezeigt. Die linke Navigation zeigt alle gebuchten Kurse und selbst erstellte Projekte. Jeder Kurs verfügt über bestimmte Ordner: In den allgemeinen Informationen findet man das Wichtigste zum Ablauf und zu den Prüfungen. In dem Ordner „Selbstlernphase“ sind zum einen die Lernmaterialien, meist in Form von PDF-Lehrbriefen, sowie Videos und der Zugang zu Webinaren.

Außerdem sind dort die Einsendeaufgaben hinterlegt. Diese können direkt auf der Plattform durchgeführt werden. Dabei werden Multiple-Choice-Aufgaben sofort gelöst während Textantworten zunächst vom Tutor bearbeitet werden müssen. Im Ordner „Präsenzphase“ gibt es Informationen zu den Veranstaltungen vor Ort und unter „Virtueller Campus“ befinden sich die sozialen Interaktionen, wie Chat, Forum, Tutorials, Support etc.

Welche Funktionen sind abgedeckt?

Der Online-Campus verfügt über die unverzichtbaren Funktionen wie Kalender und Forum. Das Besondere ist aber eine Art Dropbox-Feature: Man kann geschützte und öffentliche Dateien hochladen. Maximal 50 MB werden jeweils zur Verfügung gestellt. Damit verbunden ist die Möglichkeit, eigene Projekte anzulegen. Zu den Projekten können Leute eingeladen und Material geteilt werden. Auch Benachrichtigungen über den Kalender lassen sich einstellen. Mit diesem Feature lassen sich Gruppenarbeiten sehr effektiv organisieren.

Welches System steckt hinter der Plattform?

Die AHAB-Akademie verwendet eine browserbasierte Lösung für its-learning. Das hat den Vorteil, dass keine zusätzliche Software nötig ist. Die gesamte Webseite ist im Responsive Design, passt sich also den Geräten an. Für mobile Geräte gibt es zusätzlich eine App. Die Webinare der AHAB-Akademie werden über die Plattform edudip abgewickelt.

Für die eigenen organisatorischen Bedürfnisse gibt es ein anpassbares Dashboard, welches sich nach den  individuellen Vorlieben anpassen lässt. Sehr hilfreich ist auch, dass man auf einen Blick erkennt, wer im Campus oder aus dem eigenen Kurs online ist.

Die Direktnachrichten sind HTML-Nachrichten, bei denen auch Dateien angehängt werden können. Abgerundet werden die sozialen Funktionen durch einen direkt verfügbaren Videochat für bis zu 10 Teilnehmer. Für Prüfungen muss ein separater Browser installiert werden, welcher den Zugriff auf andere Anwendungen sperrt, sodass man sich vollständig auf die Prüfung konzentrieren kann.

Chat Forum Direktnachrichten Notenübersicht
Videos Webinare Live-Tests Responsive Design*

*Responsive Design schließt Apps oder zusätzliche für mobile Geräte optimierte Lösungen aus.

Größter Pluspunkt: Besonders gut funktioniert die Implementierung der Einsendeaufgaben. Diese können direkt auf der Plattform bearbeitet werden. Für die Multiple-Choice-Fragen erhält man auch sofort die Ergebnisse.

Unser Verbesserungsvorschlag: Bei der AHAB-Akademie gibt es kaum etwas zu meckern. Allein die Tatsache, dass nicht alle Funktionen in der its-Learning-App verfügbar sind und daher der mobile Browser aufgerufen werden muss, ist etwas zu umständlich.

Fazit

Ein direkter Vergleich der eCampus-Lösungen ist schwer möglich. Alle Plattformen decken die Grundfunktionen der Kommunikation und der Präsentation von Lernmaterial ab. Dabei gibt es jedoch große Unterschiede in der Benutzerführung, dem Design und den Möglichkeiten, die Lerninhalte zu nutzen.

Insgesamt jedoch kann jede Schule auf ein funktionierendes System zur Unterstützung ihrer Fernstudierenden zurückgreifen. Daher hängt es letztendlich von den Bedürfnissen und Lerntypen der Fernstudenten ab, welche Plattform am besten zur Unterstützung geeignet ist.