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Karrierechancen im Sozialmanagement - Interview mit der Apollon Hochschule

06. September 2016 von Julia Leutloff in Aktuelles

Der soziale Sektor steht in der Entwicklung seiner einzelnen Bereiche vor großen Herausforderungen, die in Verbindung mit den finanziellen Engpässen öffentlicher Haushalte, den steigenden Qualitätsanforderungen unter gleichzeitig verordneten Einsparungen und steigenden Wettbewerb nach einem professionellen kompetenten Sozialmanagement verlangen. Die Apollon Hochschule  hat diese Entwicklung erkannt und bietet mit dem Bachelor-Fernstudium  Sozialmanagement  eine intensive Vermittlung  betriebswirtschaftlicher  Grundkenntnissen und sozialwirtschaftlichen Denkweisen, um so die Absolventen auf ihre Aufgabe als zukünftige Schnittstelle zwischen Wirtschaftlichkeit und sozialem Handeln vorzubereiten.

Wir konnten mit Prof. Dr. Peter Michell-Auli, der seit Februar 2016 Dekan des Fachbereichs Pflege und Soziales ist, den Initiator und Entwickler des neuen Studiengangs dazu gewinnen, uns in einem Interview die zentralen Fragen zum Studiengangskonzept und den Karriereaussichten für Interessierte zu klären.

Studienangebote haben oftmals nur einen marginalen Bezug zur Sozialen Arbeit

Der Studiengang ist noch relativ jung. Was waren die Gründe, Ihr Angebot um diese Spezialisierung zu erweitern?

Prof. Dr. Peter Michell-Auli: Oftmals wird nicht nur von der Gesundheitswirtschaft, sondern von der Gesundheits- und Sozialwirtschaft gesprochen, da die inhaltlichen Schnittmengen groß sind. Vor diesem Hintergrund macht es Sinn das Studienangebot an der APOLLON Hochschule mit dem Bachelor-Studiengang Sozialmanagement zu arrondieren.

Wie wurde das Konzept für den Studiengang entwickelt und, wo liegen die Schwerpunkte?

Prof. Dr. Peter Michell-Auli: Um in der Entwicklung unterschiedliche Kompetenzen einbinden zu können, wurde der Studiengang auf Basis einer Marktanalyse im Team entwickelt. Die Marktanalyse, in die auch der Studienführer Sozialmanagement von Boeßenecker und Markert einbezogen wurde, hat gezeigt, dass Studienangebote oftmals nur einen marginalen Bezug zur Sozialen Arbeit haben oder aber die Vermittlung managementorientierte Kenntnisse und Kompetenzen vernachlässigen. Vor diesem Hintergrund ist es uns gelungen, in dem Studiengang eine ausgewogene Gewichtung zu etablieren und ebenso grundlegende Qualifikationen für Aufgabenfelder mit Zukunftspotential zu vermitteln.

Wie wird das Angebot bisher angenommen? Gibt es schon Feedback  von ersten Studenten?

Prof. Dr. Peter Michell-Auli: Der Studiengang wurde mit dem Wissen entwickelt, dass es sich eher um ein „Nischenprodukt“ handelt. Vor diesem Hintergrund sind mit der Entwicklung der Studierendenzahlen sehr zufrieden. Auch erste Feedbacks zeigen, dass wir unsere konzeptionellen Ziele erfüllt haben.

Auch ohne Abitur und Fachhochschulreife ist ein Studium möglich

Wo genau liegt der Unterschied zum Gesundheitsmanagement? Schließlich haben die beiden Fächer viel gemeinsam.

Prof. Dr. Peter Michell-Auli: Im Gesundheitsmanagement geht es zentral um die Gesundheit und deren Förderung. Im Sozialmanagement ist die Basis die Soziale Arbeit und die Erbringung sozialer Dienstleistungen, die das Ziel haben, das Wohlergehen von Menschen einzeln und gemeinsam zu fördern oder zu ermöglichen. Diese sozialen Dienstleistungen müssen allumfassend organisiert bzw. gemanagt werden.

In vergleichbaren Präsenzstudiengängen gibt es meistens ein längeres integriertes Praktikum. Wird so etwas auch bei Ihnen im Rahmen des Studiums angeboten?

Ein Praktikum gehört ebenfalls zum Studiengang Sozialmanagement. Da es sich bei uns allerdings um ein Fernstudium handelt, das überwiegend von berufstätigen Menschen in Anspruch genommen wird, werten unsere Studierenden in der Regel ihre Erfahrungen in ihrem bestehenden Arbeitsbereich aus und greifen darauf zurück. 

Gerade für Berufspraktiker aus dem Sozialbereich ohne Hochschulzulassung ist die Möglichkeit eines fachbezogenen Studiums sicher interessant. Was müssen diese Weiterbildungsinteressierten konkret an Anforderungen erfüllen?

Prof. Dr. Peter Michell-Auli: Auch ohne Abitur und Fachhochschulreife ist nach dem Bremer Hochschulgesetz, das für die APOLLON Hochschule maßgeblich ist, ein Studium beispielsweise mit einer 2 jährigen Berufsausbildung sowie drei Jahren Berufserfahrung und Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen möglich. Es lohnt sich aber immer die eigene Berufsbiografie im Hinblick auf den Studienwunsch an der APOLLON Hochschule prüfen zu lassen, denn die Möglichkeiten für die Aufnahme eines Studiums sind tatsächlich vielfältig.

Der Bedarf an Fachkräften wird weiter steigen

Nach dem Abschluss gibt es auch Einsatzmöglichkeiten im zivilgesellschaftlichen Bereich sowie im Ehrenamt. Aber ist man dort mit einem akademischen Abschluss nicht überqualifiziert?

Prof. Dr. Peter Michell-Auli: Die Herausforderungen des demografischen Wandels werden wir u. a. nur dann bewältigen können, wenn die Bürger vermehrt Aufgaben übernehmen, die bis dato staatlich finanziert waren. Spannend daran ist, dass Bürger dann dazu bereit sein werden, wenn dies mit vermehrter Teilhabe und Mitgestaltung einhergeht. Faktisch geht es hier um eine Demokratisierung der Gesellschaft. Um diese komplexen Prozesse zu steuern, bedarf es Fachleute wie etwa den Sozialmager bzw. die Sozialmanagerin.

Direkt zur kategorie Sozialmanagement

Wie schätzen Sie grundsätzlich die Entwicklung auf dem sozialen Arbeitsmarkt ein?

Prof. Dr. Peter Michell-Auli: Der Bedarf an Fachkräften wird weiter steigen. Einen Bereich haben wir eben angesprochen. Dies gilt aber beispielsweise auch für die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, deren Bedeutung aufgrund der gesteigerten öffentlichen Verantwortung und der Problematik, dass das Ziel Herstellung von Chancengleichheit für alle jungen Menschen in einer pluralen Gesellschaft (Schulabbrüche, Menschen mit Migrationshintergrund) eher zunehmen wird. Auch die Bedeutung der Zielgruppe „ältere Menschen“ wird aufgrund des demografischen Wandels ebenso weiter zunehmen wie der Bereich Gesundheit und Soziale Arbeit. Dies hat auch damit zu tun, dass durch eine gesundheitsbezogene Soziale Arbeit die Effizienz des Gesundheitswesens gesteigert werden kann; etwa durch präventive Maßnahmen wie die Suchprävention in der offenen Jugendarbeit.

Wer sich jetzt ganz konkret für das Studium interessiert: Was sollte er auf jeden Fall mitbringen und wann könnte es für ihn losgehen? 

Prof. Dr. Peter Michell-Auli: Wir freuen uns über Menschen, die sich durch ein Studium persönlich und beruflich weiterentwickeln wollen und die mithelfen, die Gesundheits- und Sozialwirtschaft weiterzuentwickeln. Dies ist unsere Motivation. Und, anfangen kann man an der APOLLON Hochschule jederzeit. Es gibt keine festen Semesterzeiten.

Dankeschön!

Prof. Dr. Peter Michell-Auli

Prof. Dr. rer. pol. Peter Michell-Auli  wurde im Februar 2016 zum Dekan des Fachbereichs Pflege und Soziales der Apollon Hochschule der Gesundheitswirtschaft  berufen. Bereits seit 2014 ist er an der Fernhochschule al Professor für allgemeine Betriebswirtschaftslehre tätig.

Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich der studierte Volkswirt mit der Betriebswirtschaftslehre von Unternehmen in der Gesundheits- und Sozialbranche sowie mit dem dort bestehenden Rahmenbedingungen. Spezifische Ansätze der Betriebswirtschaft bei Leistungserbringern, Ansätze der externen und internen Qualitätssicherung, Management von Sozialunternehmen, Quartiersentwicklung für Kommunen und alle Arten von Unternehmen, neue Wohnformen im Alter und den Ansätze einer modernen stationären Pflege stellen seine Forschungsinteressen dar.

 

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