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Pädagogik im Fernstudium - Nachgehakt beim Experten

07. Juli 2016 von Fabian Haubner in Aktuelles

Da uns regelmäßig Anfragen zum Pädagogik Fernstudium erreichen, haben wir beschlossen, einmal bei einem renommierten Anbieter genauer nachzufragen. Wir konnten Herrn Dr. Löwenstein, Pädagogischer Leiter von Impulse, dazu gewinnen, uns ein paar zentrale Fragen zu den Ausbildungen "Dozent/in in der Erwachsenenbildung" sowie "Erziehungs- und Entwicklungsberater/in" zu beantworten:

Herr Dr. Löwenstein, gibt es einen gesetzlichen Rahmen, nach denen Ihre Ausbildungsangebote gestaltet sind?

Dr. Löwenstein: Impulse e.V. bietet Aus- und Weiterbildungen in den „freien“ Gesundheitsberufen an, für die es keine einheitlichen Ausbildungsverordnungen gibt. Zugleich unterliegen diese Ausbildungen in den meisten Fällen keinen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Jedoch – und das ist ein wesentlicher Vorteil des Fernstudiums – unterliegen unsere Aus- und Weiterbildungen dem Fernunterrichtsschutzgesetz. Dieses besagt, dass alle Fernlehrgänge, bevor sie auf dem Bildungsmarkt angeboten werden dürfen, durch die staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZfU) geprüft und zugelassen werden müssen.

Dabei prüfen unabhängige Gutachter/innen unter anderem, ob die Aus- oder Weiterbildung Studierende dazu befähigt, nach Lehrgangsabschluss im jeweiligen Berufsfeld erfolgreich tätig werden zu können. Durch die staatliche Zulassung haben unsere Studierende also die Gewissheit, eine geprüfte und qualitativ hochwertige Aus- oder Weiterbildung zu absolvieren.

Was sind, kurz umrissen, die Ziele der jeweiligen Ausbildungen?

Dr. Löwenstein: Das Ziel unserer Ausbildung zur Dozentin bzw. zum Dozenten in der Erwachsenenbildung ist es, Studierende dazu zu befähigen, Lehrveranstaltungen professionell zu planen und durchzuführen. Hierzu erwerben sie das richtige Handwerkszeug und fundierte Kenntnisse in den Bereichen Lernvoraussetzungen und Lernmethoden, Gruppendynamik sowie Unterrichtsplanung, -vorbereitung und -umsetzung.

Die Ausbildung zur / zum Erziehungs- und Entwicklungsberater/in demgegenüber vermittelt solide Kenntnisse und praxisnahe Kompetenzen in den Bereichen Entwicklungspsychologie, Pädagogik, Erziehung und Entwicklungsförderung. Nach erfolgreichem Abschluss sind die Impulse-Teilnehmer/innen in der Lage, selbstständig Erziehungsberatungen und Beratungen zur Entwicklungsförderung von Kindern und Jugendlichen durchzuführen. 

Präsenzphasen sind in der Pädagogik sehr wichtig

Inwiefern wird bei den Ausbildungen auf einen entsprechenden Praxisbezug geachtet?

Dr. Löwenstein: Die praxisnahe Gestaltung unserer Studienmaterialien und der zum jeweiligen Lehrgang gehörenden Präsenzphasen ist uns sehr wichtig, denn wir möchten unseren Absolvent/inn/en nicht nur Wissen vermitteln, sondern sie auch zur Anwendung dieses Wissens befähigen. Aus diesem Grund enthalten alle Studienbriefe Übungsaufgaben, die einen Selbsterfahrungs- und Selbstbeobachtungscharakter haben und die Gelegenheit geben, eigene Erfahrungen und Einstellungen in den entsprechenden Themenbereichen zu erforschen.

Außerdem üben unsere Studierenden in fast allen Ausbildungen immer auch an Fallbeispielen, wie sie in der Praxis vorgehen können. Bei der Ausbildung zur Dozentin bzw. zum Dozenten in der Erwachsenenbildung besteht diese Anforderung zum Beispiel darin, dass wir lernen, wie Lehrveranstaltungen erfolgreich durchgeführt werden. Schwerpunkt der beiden Seminare dieser Ausbildung ist daher die Realisierung von Lernsettings und Referaten, die die Studierenden im Vorfeld ausarbeiten müssen.

Simulationen und Trainings von Beratungsgesprächen in der Gruppe und / oder in angeleiteten Zweiergruppen, bei denen Teilnehmer/innen sowohl die Berater- als auch die Elternrolle spielen, sind Bestandteil der drei Präsenzphasen unserer Ausbildung zur / zum Erziehungs- und Entwicklungsberater/in. Gerade der in unserem Angebot sehr umfangreiche Präsenzanteil der Fernlehrgänge folgt damit klar der Handlungsorientierung.

Nach welchen Kriterien werden die Inhalte ausgesucht? Gibt es ein spezielles didaktisches Konzept?

Dr. Löwenstein: Ja, für jeden Impulse-Lehrgang gibt es eine umfassende Lehrgangsplanung, die übrigens auch Bestandteil der staatlichen Zulassung durch die Zentralstelle für Fernunterricht (ZfU) ist. Hier definieren wir detailliert für jeden einzelnen Studienbrief und jedes Seminar die Inhalte, aber auch die Lernziele bzw. wie und mit welchen Mitteln wir diese Lernziele erreichen. Alle Inhalte sind bewusst gewählt und folgen stets unserem Konzept der Handlungsorientierung – bei den beiden angesprochenen Ausbildungen: der selbstständigen und urteilssicheren Durchführung von Lehrveranstaltungen oder Erziehungsberatungen.

Leitgedanke ist der Transfer von Theorie in die Praxis

Welche Inhalte werden während der Wochenendseminare behandelt?

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Dr. Löwenstein: Bei der Ausbildung zur Dozentin bzw. zum Dozenten in der Erwachsenenbildung widmen sich die Seminare den Kommunikationskompetenzen von Lehrenden und den zahlreichen Lehrmethoden in der Praxis.

In den Seminaren zur Ausbildung zur / zum Erziehungs- und Entwicklungsberater/in dagegen beschäftigen sich die Studierenden mit grundlegenden Inhalten von Entwicklungspsychologie und Pädagogik sowie mit Entwicklungsbeeinträchtigungen und der Entwicklungsförderung. Bei beiden Lehrgängen ist, wie bereits gesagt, vor allem der Transfer der Theorie in die Praxis Leitgedanke unserer Seminare.

Zur Kategorie Pädagogik

Lassen sich die Studienbriefe auch online beziehen und können die Einsendeaufgaben ebenfalls digital abgegeben werden?

Dr. Löwenstein: Impulse e.V. bietet seinen Studierenden stets beide Wege an: sowohl den „klassischen“ Papierweg als auch das digitale Studium – und das Ganze zu einem fairen Preis. Das heißt, dass die Impulse-Studierenden einerseits die Studienmaterialien in Papierform erhalten und andererseits auch immer einen Zugang zu unserem Online-Studienzentrum haben. Dort können sie dann die Studienbriefe als Dateien herunterladen und auch Einsendeaufgaben online bearbeiten. Zusätzlich können sie sich zu Seminaren anmelden und weitere Funktionen nutzen.

Wer sich für ein „reines“ Online-Studium entscheidet, für den hat Impulse e.V. ein besonderes Angebot: Man erhält die Studienbriefe dann zwar nicht in Papierform, dafür aber nach erfolgreichem Lehrgangsabschluss 10 % der Lehrgangsgebühren zurückerstattet.

Welche Art von Einsendeaufgaben gibt es? Multiple-Choice? Schriftliche Arbeiten?

Dr. Löwenstein: Die Einsendeaufgaben sind bei beiden Lehrgängen ein Mix aus Multiple-Choice- und Freitext-Aufgaben. Gerade bei der Bearbeitung von Fallbeispielen, die in den Studienbriefen einen Praxisbezug herstellen, sind auch einmal ausführliche Analysen gefragt.

Bei dem Lehrgang „Dozent/in in der Erwachsenenbildung“ müssen die Studierenden beispielsweise die Durchführung eines achtstündigen Seminars planen, und bei dem Lehrgang „Erziehungs- und Entwicklungsberater/in“ soll der Gesprächsverlauf eines Beratungsgespräches skizziert werden. Es wird also nicht nur stur Wissen abgefragt, sondern das Gelernte muss immer auch „praktisch“ erprobt werden.

Am Ende sind immer die Neigungen und das Interesse entscheidend

Wie läuft die schulinterne Prüfung ab?

Dr. Löwenstein: Die schulinterne Prüfung besteht bei beiden Lehrgängen aus einer schriftlichen Klausur im Rahmen des letzten Seminars, bei der Ausbildung zur / zum Erziehungs- und Entwicklungsberater/in ist zusätzlich eine schriftliche Hausarbeit anzufertigen. Hier haben die Studierenden die Möglichkeit, auf ein selbst gewähltes Thema näher einzugehen, das vielleicht auch (einen) Schwerpunkt ihrer anschließenden selbstständigen Tätigkeit ausmachen soll. 

Wie sehen die späteren Einsatzmöglichkeiten aus?

Dr. Löwenstein: Die Einsatz- und Berufsmöglichkeiten sind bei beiden Ausbildungen nach erfolgreichem Abschluss sehr vielfältig. Dozent/inn/en in der Erwachsenenbildung unterrichten meist Fachkenntnisse in ihrem eigentlichen Beruf. So können dann beispielsweise Tätigkeiten als Kursleiter/in, Referent/in oder Trainer/in zu sehr verschiedenen Themen und Inhalten übernommen werden.

Mögliche Tätigkeiten und Einsatzbereiche als Erziehungs- und Entwicklungsberater/in können je nach Interesse in Erziehungs- und Familienberatungsstellen, Bildungseinrichtungen und / oder in der eigene Praxis liegen. Im Vordergrund steht sicherlich die Beratung und Unterstützung von Eltern und Kindern, z.B. bei Fragen zu Erziehung und Entwicklung, bei familiären Problemen und Konflikten, bei Schulproblemen oder Lernschwierigkeiten, auffälligem Sozialverhalten und vielen anderen Herausforderungen.

Am Ende sind aber immer auch die Neigung und das Interesse der einzelnen Menschen entscheidend: So erinnere ich mich zum Beispiel an eine Absolventin, die auch aufgrund der Impulse-Ausbildung zur Dozentin in der Erwachsenenbildung und dem hierdurch erbrachten Nachweis der fundierten Auseinandersetzung mit dem pädagogischen Hintergrundwissen heute eine Professur für Therapiewissenschaften bekleidet. 

Sind die Ausbildungsangebote berufsqualifizierend? Falls nein, wie lässt sich im Anschluss eine entsprechende Qualifikation erreichen?

Dr. Löwenstein: Bei beiden Ausbildungen handelt es sich um Lehrgänge, durch die unsere Teilnehmer/innen auf eine selbstständige Tätigkeit vorbereitet und damit natürlich grundlegend für den gewählten Beruf qualifiziert werden. Dessen ungeachtet ist nach erfolgreichem Abschluss  – wie bei allen pädagogischen Berufen – eine stetige Weiterbildung sinnvoll und empfehlenswert. Impulse e.V. hat auch hierzu ein umfangreiches Angebot in Form von Fernlehrgängen und Wochenendseminaren.

Herr Dr. Löwenstein, vielen Dank für das Gespräch.

Kommentare

Ein gutes Interview, bei dem leider die Würdigung der Autoren fehlt, denn sie sind die Konzeptionisten der fernpädagogischen Didaktiken.
Ralf-Peter Nungäßer
www.paedaprax.de

Sehr geehrter Herr Nungäßer,

unser Interview sollte darauf abzielen, häufige Fragen potenzieller Interessenten zu klären. Selbstverständlich wissen wir die konzeptionelle Arbeit sowie die tägliche Korrekturarbeit der AutorInnen bzw. DozentInnen durchaus zu schätzen.

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