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Psychologie jetzt auch im Fernstudium möglich

04. Mai 2016 von Fabian Haubner in Aktuelles

An der Euro-FH ist es jetzt auch in Deutschland möglich, Psychologie im Fernstudium zu studieren. Wir haben mit dem Studiengangsdekan Prof. Dr. Warneke über den neuen Studiengang gesprochen.

Wie kam es dazu, diesen Studiengang zu entwickeln und können Sie uns kurz vorstellen, wie so ein Verfahren abläuft?

Prof. Dr. Warneke: Wir haben zum einen eine sehr hohe Nachfrage nach unseren Bachelor- und Master-Studiengängen im Bereich der Wirtschaftspsychologie.  Zum anderen haben Studierende bereits wiederholt den Wunsch nach einem Psychologie-Studiengang an der Euro-FH geäußert und es gibt nicht viele Psychologie-Studiengänge, die berufsbegleitend im Fernstudium absolviert werden können. Diese Gründe haben dazu beigetragen, das Vorhaben anzustoßen. Letztendlich ist die Entwicklung eines neuen Studiengangs eine Entscheidung des Präsidiums, die nach einer Stellungnahme des Hochschulsenats der Euro-FH getroffen wird.

Der Studiengang wurde unter anderem durch die FIBAA geprüft

Der Akkreditierung des Studiengangs geht ein umfangreiches internes Verfahren voraus, bei dem Ausrichtung und Positionierung des Studiengangs bestimmt werden. Hierzu werden für alle Module, Seminare, Prüfungen usw. ganz verschiedene inhaltliche und didaktische Fragen intensiv diskutiert. Die Qualitätskontrolle erfolgt anschließend durch die Prüfung eines externen Gutachter-Gremiums der FIBAA (eine Agentur zur Akkreditierung von Hochschulstudiengängen), welches eine ausführliche schriftliche Selbstdokumentation über den Studiengang prüft sowie die Hochschule besucht und verschiedene Personengruppen (z.B. Professoren, Lehrende, Studierende, Mitarbeiter usw.) befragt. Ebenso und davon unabhängig prüft die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg jeden neuen Studiengang der Euro-FH, bevor sie eine Genehmigung erteilt.

Welche Rolle spielten die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie e.V. bei der Entwicklung des Studiengangs?

Prof. Dr. Warneke: Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie waren sehr hilfreich. Denn diesen Empfehlungen sind umfangreiche Datenerhebungen und fachpolitische Diskussionen im Verband vorangegangen. Natürlich profitieren wir enorm von diesem Wissen. Allerdings haben wir uns natürlich auch eigene Gedanken gemacht und geprüft, wo die Euro-FH besondere Kompetenzen hat und deswegen curriculare Schwerpunkte setzen kann (Dies lassen die Empfehlungen ausdrücklich zu). 
So haben wir beispielsweise im Anwendungsbereich Arbeits-/Organisationspsychologie einen Schwerpunkt gesetzt, weil dies zur Ausrichtung und den bisherigen Studiengängen der Euro-FH stimmig ist.

Psychologie ist ein relativ begehrtes Fernstudium. Was tun Sie, wenn es zu einer enormen Nachfrage kommt? Gerade der fehlende NC könnte doch so etwas begünstigen.

Prof. Dr. Warneke: Wir würden uns über große Nachfrage natürlich sehr freuen und die Euro-FH hat bereits bei anderen Studiengängen nachgewiesen, dass sie auch eine hohe studentische Nachfrage sehr zuverlässig bedienen kann. 

Kann man sich Berufserfahrungen oder ein abgebrochenes Studium anrechnen lassen? Wird beim Studiengang mit dem ECTS-Modell gearbeitet?

Prof. Dr. Warneke: Ja, wie bei allen Studiengängen der Euro-FH  sind die Module nach ECTS-Punkten gewichtet. Dadurch lassen sich auch Anrechnungsmöglichkeiten prüfen. Berufserfahrung können wir leider nicht anrechnen, aber wenn jemand aus einem vorherigen Studium erfolgreich erbrachte Leistungen nachweisen kann, dann können wir diese bei inhaltlicher Passung anrechnen. Typischerweise müsste jemand dann zuvor Psychologie oder einen interdisziplinären Psychologie-Studiengang studiert haben, damit Anrechnungsmöglichkeiten bestehen. Das werden wir im Einzelfall prüfen.

Direkt zum Studiengang Psychologie

Am besten spezialisiert man sich über die Abschlussarbeit oder ein Praxisprojekt

Die späteren Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig. Wird es die Möglichkeit geben, sich auf bestimmte Bereiche, etwa Marketing, zu spezialisieren?

Prof. Dr. Warneke: Das ist das Gute an einem Psychologie-Studium: Man ist für sehr viele Berufsfelder und Arbeitsbereiche sehr breit qualifiziert. Die besten Möglichkeiten, sich zu spezialisieren, gibt es über die Wahl des Themas für die Abschlussarbeit sowie über ein Praxisprojekt, welches in das Curriculum integriert ist. Dieses kann entweder als klassisches Praktikum absolviert werden oder von Berufstätigen, die ein Praktikum zeitlich nicht einrichten können, über die Bearbeitung eines praktischen Projekts erfüllt werden. So könnte man beispielsweise unter Anleitung eines Psychologen, der in diesem Bereich tätig ist, auch sein Praxisprojekt im Bereich Marketing absolvieren. Die Prinzipien der Wahrnehmung, die Funktionsweise des Gedächtnisses oder die Mechanismen von Emotionen sind mehrere Beispiele von Inhalten, die zuvor gelehrt werden und hier nutzbringend praktische Verwendung finden könnten.  

Kann man mit diesem Bachelor im Anschluss den Master an einer staatlichen Hochschule machen? Oder wird es auch einen Master an der Euro-FH geben?

Prof. Dr. Warneke: Ich kann leider nicht für die Fachbereiche an anderen Universitäten sprechen. Hier gibt es Immatrikulationsordnungen, die sich an den einzelnen Hochschulen unterscheiden können. Unser Studiengang vermittelt die relevanten Fächer und Inhalte eines grundständigen Psychologie-Bachelors. Der Nachweis über diese Kenntnisse (und das entsprechende Bachelor-Abschlusszeugnis) ist üblicherweise bei der Immatrikulation in einen psychologischen Master-Studiengang gefordert. 
Gerade deswegen haben wir uns an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie orientiert, damit unsere Absolventen auch an anderen Hochschulen und auch staatlichen Universitäten einen Master-Studiengang absolvieren können. Dies ist ja einer der Grundgedanken der Bologna-Reform. Wer ganz sicher gehen will, kann sich die Immatrikulationsordnung seiner Wunsch-Hochschule im Internet anschauen oder ggf. vor Ort direkt nachfragen.

Es ist bislang noch keine Entscheidung getroffen worden, ob die Euro-FH auch einen Master-Studiengang anbieten wird. Bis die ersten Absolventen des Studiengangs soweit wären, ist ja aber auch noch etwas Zeit!  

Mit dem Studiengang kann man anschließend nicht als Psychotherapeut tätig sein. Welche Schritte wären hierzu noch nötig?

Prof. Dr. Warneke: Laut des derzeit gültigen Psychotherapeutengesetzes ist Voraussetzung für die Zulassung zur Psychotherapieausbildung, dass jemand Psychologie an einer Universität oder gleichgestellten Hochschule studiert hat. Dies bedeutet, dass man mit diesem Studiengang nach der derzeit gültigen Gesetzeslage nicht die Voraussetzungen für die Therapie-Ausbildung schaffen kann. Wenn jemand sicher ist, beruflich Psychotherapeut werden zu wollen, dann sollte er an einer Universität Psychologie studieren.  

Herr Prof. Dr. Warneke, vielen Dank für Ihre Antworten.

Direkt zum Studiengang Psychologie

Bildmaterial: Euro-FH

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