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Studieren neben dem Beruf - Ablauf, Voraussetzungen, Kosten und Förderung eines berufsbegleitenden Studiums

22. April 2022 von Jana Babilon in Tipps & Ratgeber

Ein berufsbegleitendes Studium ist ein Studium, das neben dem Beruf absolviert wird. Dabei ist der Beruf in der Regel im Vorfeld schon vorhanden und kann durch das Studium ergänzt werden – dies ist aber nicht zwingend der Fall. Genauso müssen Hochschule und Unternehmen nicht unbedingt zusammenhängen. Ein berufsbegleitendes Studium ist eine tolle Möglichkeit, um sich nebenberuflich weiter zu qualifizieren und einen akademischen Abschluss zu erlangen. 

Berufsbegleitende Studiengänge gibt es in allen Fachbereichen, von BWL, über IT, Technik und Ingenieurwesen bis hin zu Sozialer Arbeit und Pflege. Angeboten werden sowohl Bachelor als auch Master-Studiengänge. Sie werden meist auf Deutsch, Englisch oder bilingual angeboten.

Ablauf eines berufsbegleitenden Studiums

Der Ablauf eines berufsbegleitenden Studiums richtet sich im Wesentlichen nach der jeweiligen Studienform, die je nach Studiengang und Hochschule variiert. Ein berufsbegleitendes Studium kann meist in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden. Generell ist es aber so organisiert, dass es mit einem Vollzeit-Job vereinbar ist. Außerdem kann das berufsbegleitende Studium als Präsenzstudium oder Fernstudium stattfinden. Im berufsbegleitenden Präsenzstudium finden Vorlesungen und Seminare im Abendstudium oder am Wochenende im Hörsaal am Studienort statt. Das Fernstudium ist eine besonders flexible Variante des berufsbegleitenden Studierens, bei dem das Selbststudium im Vordergrund steht. Meist enthält ein berufsbegleitendes Studium auch Anteile an virtuellen Lehrveranstaltungen

Eine besondere Form des Studiums neben dem Beruf ist das duale Studium. Dieses berufsintegrierende Studium verbindet Theorie und Praxis, da Unternehmen und Hochschulen zusammenarbeiten. Die Studierenden suchen sich einen Ausbildungsplatz bei einem Kooperationsunternehmen einer Hochschule und haben am Ende sowohl einen akademischen Abschluss als auch viel Praxiserfahrung gesammelt.

Studieren berufsbegleitend - Dauer und Aufwand

Wie lange man für sein nebenberufliches Studium braucht, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. Kursformat, Abschluss oder der individuellen Situation.

Wenn du keinen akademischen Abschluss anstrebst und stattdessen eine berufsbegleitende Weiterbildung machen möchtest, kann das berufsbegleitende (Fern-)Studium sehr kurz sein (von einigen Tagen hin bis zu einigen Wochen oder Monaten). Strebst du neben dem Job einen Bachelor, Master oder MBA an, kannst du schon mit ein paar Jahren Studiendauer rechnen. Während du z. B. für einen Bachelorabschluss im Vollzeit-Präsenzstudium in der Regel 3 Jahre benötigst, sind bei einem Bachelor berufsbegleitend eher vier Jahre realistisch.

Wie viel Zeit du tatsächlich für dein berufsbegleitendes Studium oder die berufsbegleitende Weiterbildung benötigst, hängt ebenfalls sehr von deiner individuellen Situation und deinem individuellen Lerntempo ab. Der durchschnittliche wöchentliche Arbeitsaufwand für ein berufsbegleitendes Studium liegt je nach Anbieter zwischen 15 und 20 Stunden. Grundsätzlich gilt: Je mehr Zeit du in dein Studium neben dem Beruf investierst, desto kürzer wird es. Du kannst ein berufsbegleitendes Studium also durch intensives Lernen verkürzen. Bist du ein eher gemütlicher Lerner oder kannst du aus finanziellen, persönlichen oder anderen Gründen nicht so viel Zeit für das Studium aufbringen, kann es vorkommen, dass die vorgesehene Studiendauer nicht ausreicht. In diesem Fall ist eine Verlängerung der Studienzeit meistens möglich. 

Kann ich nebenbei studieren? Eignung, Zielgruppe und Gründe für die berufsbegleitende Weiterbildung

Entgegen der allgemeinen Auffassung ist eine berufliche Tätigkeit neben dem berufsbegleitenden Studium in der Regel keine Voraussetzung. Zielgruppe sind dementsprechend prinzipiell alle, die sich weiterbilden möchten und für die ein klassisches Vollzeitstudium aus diversen Gründen nicht in Frage kommt.

Motivation für ein berufsbegleitendes Studium können sein:

  • Weiterqualifizierung in der eigenen Fachrichtung bzw. neben dem Beruf 
  • Erlangung eines akademischen Abschlusses, z. B. nach einer Ausbildung
  • Erweiterung des berufsbezogenen Know-hows
  • Wunsch nach beruflicher Veränderung
  • Bessere Karrierechancen durch neue Fertigkeiten
  • Einblicke in die Theorie neben einer praktischen Tätigkeit oder „endlich mal wieder was für den Kopf tun“

Diese Voraussetzungen können Hochschulen für ein berufsbegleitendes Studium verlangen

Generell sind die Voraussetzungen für ein Studium meist höher als die für eine berufsbegleitende Weiterbildung. Je nach Bildungsanbieter und Studienfach variieren die Zulassungsbedingungen:

  • Praktische Tätigkeit: Wenige Hochschulen und Fernunis verlangen als Bedingung für die Immatrikulation einen Nachweis vom Arbeitgeber. In der Regel ist dann eine Tätigkeit in einem Bereich gefordert, der in einem engen Zusammenhang mit dem Studium steht.
  • Abitur: Wird manchmal verlangt. Es gibt auch viele Studienangebote, die ohne Abitur studiert werden können.
  • Berufserfahrung: Manchmal verlangen die Fernschulen oder Akademien zudem noch Berufserfahrung (meist 1-2 Jahre).
  • Sprachkenntnisse: Besonders bei englischsprachigen Studiengängen wird ein Sprachnachweis wie der TOEFL gefordert. Je nach Studiengang können weitere oder andere Sprachkennnisse gefordert werden.
  • Aufnahmetests: Hochschulinterne Aufnahmetest, Interviews oder Assessment-Center können ebenfalls Teil des Bewerbungsverfahrens für ein berufsbegleitendes Studium sein. 
  • GMAT: Einige Hochschulen und Akademien verlangen den GMAT mit einer bestimmten Mindestpunktzahl. 

Im Großen und Ganzen unterscheiden sich die Studienvoraussetzungen für ein berufsbegleitendes Studium oder Weiterbildung nicht erheblich von den Vollzeit-Präsenzstudiengängen. Einige Bildungsanbieter verlangen mehr Nachweise als andere – einen Studienplatz erhält am Ende aber trotzdem in der Regel jede:r. Um dich erfolgreich neben der Arbeit weiterzubilden bzw. zu studieren, solltest du neben den formellen Voraussetzungen unbedingt ein hohes Maß an Zielstrebigkeit, Selbstorganisation und Eigenmotivation mitbringen.

Kosten eines berufsbegleitenden Studiums

Die Kosten einer berufsbegleitenden Weiterbildung oder Studium variieren je nach Hochschule, Abschluss und Studienart und setzen sich unterschiedlich zusammen. Diese Kosten können auf dich zukommen:

  • Studiengebühren: Studiengebühren fallen monatlich oder pro Semester an und hängen von diversen Faktoren ab. So musst du für ein Studium an einer privaten (Fern-)Hochschule deutlich mehr aufbringen als an einer staatlichen Einrichtung. Außerdem kann sich finanziell auswirken, ob das berufsbegleitende Studium ohne Präsenzphasen auskommt (z.B. als Fernstudium oder Online-Studium) oder ob man ein Abendstudium mit regelmäßigen Vorlesungen besucht. Insgesamt können die Studiengebühren für das gesamte nebenberufliche Studium wenige Hundert bis zu mehreren Tausend Euro pro Jahr betragen. Darin sind dann in der Regel aber auch Lehrmaterialien und deren Versand, Korrekturen, Kursbetreuung und oft auch einige Zusatzangebote inbegriffen.
  • Reisekosten: Für gelegentliche oder regelmäßige Fahrten zum Studienzentrum muss man Ausgaben für Transport, Unterkunft und Verpflegung einkalkulieren. Sollte ein Auslandsaufenthalt geplant sein, können dafür weitere tausende Euro fällig werden. 
  • Immatrikulations- und Prüfungsgebühren: Diese zusätzlichen Kosten fallen an zahlreichen Hochschulen an betragen insgesamt zwischen 300€ und 2000€. Für Zusatzkurse wie Tutorien sind weitere Ausgaben fällig.
  • Sozialgebühren bzw. Semesterbeiträge: Diese Gebühren fallen in der Regel nur an Hochschulen an, die auch klassische Vollzeitstudiengänge anbieten. Die ca. 90€ bis 350€ pro Semester werden dann u.a. für den AStA (studentische Interessensvertretung), das Studentenwerk und das ÖPNV-Ticket verwendet.
  • Kosten für Studienverlängerung: Viele Hochschulen bieten dir die Möglichkeit, dein berufsbegleitendes Studium kostenlos zu verlängern – oft ist diese kostenlose Verlängerung jedoch auf ein paar Semester beschränkt. Andere hingegen verlangen ein reduziertes Studienentgelt. Bei berufsbegleitenden Präsenzstudiengängen werden hingegen vermutlich jedes Semester die vollen Studiengebühren gefordert.

Im folgenden Video kannst du dir hier noch einmal ausführlich die Kostenaufstellung für ein berufsbegleitendes Studium mitsamt Erläuterungen ansehen.

Förderung eines berufbegleitenden Studiums

Prinzipiell hast du als Arbeitnehmer:in den Vorteil, dass du deine Weiterbildung in der Regel mit deinem eigenen Gehalt finanzieren kannst. Trotzdem gibt es auch für ein berufsbegleitendes Studium finanzielle Unterstützung und einige Spartipps, die dir das Studieren erleichtern können.

Unterstützung durch den oder die Arbeitgeber:in

Fasst du eine berufsbegleitende Weiterbildung oder ein Studium ins Auge, solltest du deine:n Chef:in als Partner begreifen. Er kann dir wichtige Unterstützung dort geben, wo du sie am meisten benötigst – bei der Finanzierung und der Zeiteinteilung.

Nicht selten beteiligt sich dein Unternehmen an den Kosten einer berufsbegleitenden Weiterbildung oder kommt komplett für die Studiengebühren auf. Wichtig ist dabei, dass ein Mehrwert durch den bzw. die danach besser qualifizierte:n Mitarbeitende:n erkennbar sein muss. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle, wie der oder die Arbeitgebende die Studienkosten deckt: Er kann zum Beispiel einen prozentualen Anteil der Studiengebühren übernehmen oder nach Vorlage der Quittungen die Ausgaben für Lernunterlagen und -materialien erstatten. Ebenso ist eine finanzielle Förderung des berufsbegleitenden Studiums aus Gehaltsverzicht und Zuschuss des Arbeitgebers üblich. Je nachdem, wie erfolgreich man sein Studium abschließt, können Führungskräfte die Fernstudierenden auch mit einer finanziellen Erfolgsprämie belohnen. Zusätzliche Unterstützung und Motivation bieten gute Entwicklungsperspektiven und potenzielle Beförderungen.

Aus zeitlicher Sicht solltest du mit deinem:r Vorgesetzen über zusätzliche Urlaubstage, Sonderurlaub und den dir zustehenden Bildungsurlaub sprechen. Bei Letzterem musst du mit der Beantragung genau darlegen können, wie du ihn nutzen wirst: Sei es für Präsenzseminare, Prüfungstermine oder Vorbereitung. Weitere organisatorische Unterstützung bieten die flexible Arbeitszeitregelung und die Reduzierung der Wochenarbeitszeit.

WICHTIG: Ein berufsbegleitendes Fernstudium bedeutet erst einmal Opfer bringen für deine Führungskraft. Sie muss unter Umständen trotz Engpässen auf dich verzichten und investiert Zeit und Geld, das erst einmal nicht zurückkommt. Deswegen ist es wichtig, ihr deine Weiterbildung als Vorteil zu vermitteln: Sie investiert in eine bekannte Arbeitskraft, dessen neu gewonnene Fähigkeiten sie in ihrem Unternehmen einsetzen kann. Wenn du offen mit deinem:r Vorgesetzen sprichst, Vorteile und Mehrwert des berufsbegleitenden Studiums für die Firma klar formulierst und genau schilderst, wie du dein neu gewonnenes Wissen für ihn, für deine Abteilung oder das Unternehmen einsetzen kannst, solltet ihr euch eigentlich immer auf irgendeine Form der Beihilfe einigen können. 

Wenn das arbeitgebende Unternehmen sich zur Förderung eines berufsbegleitenden Studiums bereit erklärt, verpflichten sich die Geförderten normalerweise auch nach Studienabschluss eine gewisse Zeit im Unternehmen zu verbleiben und ihre neuen Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen. Solche Absprachen werden in einem Weiterbildungsvertrag festgehalten:

  • die Kosten und deren teilweise oder gänzliche Übernahme durch Arbeitgeber:in
  • die Dauer der Weiterbildung mit Ziel und Inhalt
  • die Anzahl der Tage, die im Rahmen des Kurses freigenommen werden (dir stehen 5 Tage pro Jahr Bildungsurlaub zu, weiterer Sonderurlaub muss ausgehandelt werden)
  • die Dauer der Einstellung nach Beendigung des Fernkurses.

Neben der finanziellen Förderung durch den Betrieb stehen den nebenberuflich Studierenden noch weitere Optionen offen:

  • Stipendien, wie das Weiterbildungsstipendium, Aufstiegsstipendium, Deutschlandstipendium oder hochschulinterne und stiftungsgeförderte Stipendien
  • Förderung der Bundesländer durch Weiterbildungsboni (je nach Staat unterschiedlich)
  • Studienkredite
  • Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG)
  • Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit (für Geringverdienende und Kurzarbeitende)
  • Kosten für das berufsbegleitende Studium von der Steuer absetzen. Dazu die Weiterbildungskosten (Studiengebühren, Bücher, Fachzeitschriften sowie evtl. Fahrt- und Übernachtungskosten) in der Steuererklärung als Werbungskosten angeben.

Berufsbegleitend studieren - Vorteile und Nachteile

Ein berufsbegleitendes Studium ist eine tolle Möglichkeit für dich als Arbeitnehmer:in, um dich nebenberuflich weiter zu qualifizieren und einen akademischen Abschluss zu erlangen. Das klingt zunächst vielversprechend, der Aufwand ist aber hoch. So muss neben dem Voll- oder Teilzeitjob noch Zeit für lernen und studieren aufgebracht werden, die Freizeit für Hobbies und Aktivitäten sinkt. Neben dem Zeitaufwand können die Kosten abschrecken, welche man jedoch zum Teil durch finanzielle Unterstützung decken kann. Außerdem können die Fahrten bzw. Reisen zum Studienort anstrengend sein. 

Trotz dieser Nachteile kann sich ein berufsbegleitendes Studium durchaus lohnen: 

Ein berufsbegleitendes Studium ist sehr planbar – Termine für Blockseminare und Prüfungen stehen weit im Voraus fest.
Da alle Kurse mit den normalen Arbeitszeiten vereinbar sind, muss man beruflich nicht kürzertreten.
Durch digitale Medien, Online-Seminare und virtuelle Vorlesungen ist ein ortsunabhängiges Studium – zumindest bei einem Fernstudium - möglich.

Ein berufsbegleitendes Studium im Lebenslauf zeugt von Ausdauer und Willensstärke bei gleichzeitiger Intensivierung der Berufserfahrung.

Letztlich muss jede:r für sich selbst entscheiden, ob er den Aufwand und die Mühe für das Studieren berufsbegleitend in Kauf nehmen möchte. Eines steht jedoch fest: Ein berufsbegleitendes Studium eröffnet dir neue Karrierechancen und eine Weiterbildungsmöglichkeit, wenn eine Auszeit für ein Vollzeitstudium nicht möglich oder nicht gewollt ist - aus finanziellen oder anderen Gründen.

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