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Chance mit einem Aber: Fernstudium mit Sehbehinderung

26. April 2017 von Elisabetta Casula in Blog

Ein Fernstudium steht für Anpassungsfähigkeit und Flexibilität. Diese Eigenschaften kommen nicht nur zeitlich gebundenen Menschen wie zum Beispiel Berufstätigen zugute: sondern auch Menschen mit Behinderung profitieren von einem Fernstudium. Sie können es meist so für sich gestalten, dass es sich optimal in ihrem Leben einbinden lässt. Ein Präsenzstudium verlangt ein Maß an Organisation, das bei einem Fernstudium in der Form nicht nötig ist. Kann ein es mit seinen zuweilen überfüllten Hörsälen oder mehr oder weniger behindertengerechten Räumlichkeiten oft zu einer mühsamen Aktion werden, lässt sich ein Fernstudium praktisch maßschneidern. Auch, weil es einen flexibleren Zeitrahmen hat. Das ist gerade dann interessant, wenn gesundheitliche Umstände auf den Studienverlauf Einfluss nehmen, wie etwa Klinikaufenthalte oder häufige Arztbesuche, die mit eingeplant werden müssen.

Auch für sehbehinderte oder blinde Menschen ist ein Fernstudium eine Möglichkeit sich etwa beruflich weiter zu entwickeln oder neue Wege einzuschlagen. So flexibel ein Fernstudium aber auch ist - natürlich müssen auch hier die Voraussetzungen stimmen: Das größte Problem für Sehbehinderte ist nicht so sehr die Fachauswahl – hier ist theoretisch fast alles möglich – sondern eher, wie sich eine Fernschule auf sie eingestellt hat. Es muss also ein Anbieter gefunden werden, der das Wunschfach auch sehbehindertengerecht umgesetzt hat.

Wie gehen gute Fernschulen auf sehbehinderte Studenten ein?

Materialien: Müssen entsprechend aufbereitet werden. Sie müssen in Brailleschrift oder auch in Audioform zur Verfügung stehen. Auch PDF-Dateien sind hilfreich, da sie durch Ausleseprogramme vorlesbar gemacht werden können. Doch das allein reicht nicht: Es ist wichtig, dass sie stets auf dem fachlich aktuellsten Stand sind.

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Verfügbarkeit: Gerade Sehbehinderte profitieren von einem engen Kontakt zu den Dozenten. Schließlich kommen immer mal Fragen auf und sie können nicht so einfach an externen Quellen recherchieren, wenn diese nicht entsprechend aufbereitet wurden. Eine gute Fernuni stellt immer einen Dozenten zur Verfügung, der für seine Studenten – egal ob sehbehindert oder nicht - dringende Fragen beantwortet.

Studienassistenz: Manchmal geht es einfach leichter mit ein wenig Hilfe: Studienassistenten können dann einspringen, wenn es zum Beispiel um die Auf- und Bearbeitung von Materialien geht. Auch sind Sie bei Präsenzterminen mit dabei, die bei den meisten Fernstudiengängen anfallen. Das können Blockseminare oder auch Prüfungen sein. Die Finanzierung geht meist über die Eingliederungshilfe. Nicht zuletzt können Studienassistenten auch als Fahrdienst zu den jeweiligen Terminen fungieren. Bei der Vermittlung kann im Normalfall die Fernschule helfen.

Und schließlich die Prüfungen: Auch hier muss auf die Bedürfnisse des sehbehinderten Studenten eingegangen werden. Dazu zählt nicht nur die Hinzunahme des besagten Studienassistenten, sondern auch verlängerte Prüfungszeiten machen Sinn.

Fazit

Menschen mit Sehbehinderung müssen auch bei einem Fernstudium auf Bedingungen achten, die ihnen gerecht werden. Ein gelungenes Fernstudium steht und fällt aber – wie für alle anderen auch – mit einer guten und gewissenhaften Vorabrecherche. Die Fernschule muss optimal auf eine Sehbehinderung eingestellt und sollte ein verlässlicher Partner durch die Studienzeit sein. Das gilt sowohl für die angebotenen Materialien als auch für die Hilfestellung bei Organisation und die Verfügbarkeit der Dozenten.

Ein Beispiel für Fernschulen, die gut auf Studenten mit Sehbehinderung eingestellt sind, sind unter anderem die Fernuni Hagen oder auch die SGD Fernschule der Studiengemeinschaft Darmstadt.


 

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