• 2807 Kurse
  • 97 Anbieter
  • 5056 Erfahrungsberichte
Suchen Sie direkt nach Ihrem Fernstudium:
Kurse Menü Suche

Fernstudium Fachinformatik? So siehts aus!

11. März 2014 von Fabian Haubner in Erfahrungsberichte

Christoph studiert derzeit den Studiengang Angewandte Informatik mit Abschluss Bachelor of Science an der Wilhelm-Büchner Hochschule. Da er als Fachinformatiker bereits über Berufserfahrungen verfügt, war die Wahl des Faches nicht schwer. Warum er nach den Jahren im Beruf wieder die Schulbank drückt und warum das Ganze nicht so einfach ist, wie es scheint, erzählt er uns in seinem Bericht.

Christoph berichtet über sein Studium, Technik und alles andere aus seinem Leben auf seinem CE-Blog. Über 3000 Meinungen hat er dazu schon von Freunden und anderen Menschen aus dem weltweiten Netz bekommen.

Die Wahl des Studiums – und wie ich drauf kam

Bereits zum Ende meiner Ausbildung wusste ich schon, dass ich noch „irgendwas Weiteres“ machen wollte. Drei Jahre Ausbildung und das war es dann mit dem Lernen, war schon eine komische Situation. Der Drang nach neuem Wissen war weiterhin vorhanden. Die Absicht eine bessere Position oder mehr Gehalt im Job zu bekommen zwar auch anwesend, aber eher zweitrangig.

Nach einem halben Jahr der Ruhe habe ich mich dann für ein Fernstudium entschieden. Die Alternative wäre die FOM Hochschule gewesen. Allerdings wusste ich genau, dass ich es sicherlich nicht schaffen würde, freitags abends und insbesondere samstags morgens pünktlich im Hörsaal zu sitzen. Von daher blieb nur die Variante des Fernstudiums übrig. Freie Zeiteinteilung, flexible Termine. Für jemanden wie mich, der sonst daheim fast nie etwas für die Schule gemacht hat, eher utopisch – allerdings wollte ich es dennoch wagen.

Bei der Suche nach einer geeigneten Hochschule bin ich recht schnell bei der Wilhelm Büchner Hochschule gelandet, da diese eine große Anzahl an Informatikstudiengängen anbietet, die auch in einer, meiner Meinung nach, „annehmbaren Zeit“ zu bewältigen sind. Schließlich will ich auch irgendwann mit meinem Studium fertig werden und keine sechs Jahre für meinen Bachelor studieren.

Wie das Studium konkret aussieht – und der Kontakt zu anderen

Da die Distanz zwischen meinem Wohnort Oberhausen und dem Standort der Hochschule, Darmstadt, nicht gerade gering ist, bin ich froh, dass ich nur selten zu Präsenzveranstaltungen vor Ort sein muss. Die Klausuren schreibe ich in Neuss, die Fahrt dorthin ist durchaus vertretbar. Bisher war ich auch nur einmal in Darmstadt zur Einführungsveranstaltung. Wenn ich es richtig überschlagen habe, muss ich auch „nur noch“ zwei oder dreimal nach Darmstadt fahren.

____Quote Das Studentenleben bleibt auf der Strecke

Die meiste Kommunikation verläuft online. Einsendeaufgaben zur Selbstkontrolle, bewertete Hausaufgaben, Kontakt zu Tutoren und Kommilitonen – alles online über Nachrichten und Foren. Es gibt zwar auch die Möglichkeit, Einsendeaufgaben per Post einzuschicken, aber hey, ich studiere angewandte Informatik, da ist analoge Post eher „out“.

Doch trotz der vielen Möglichkeiten digital mit seinen Mitstreitern in Kontakt zu treten, habe ich dies bisher nur sehr selten in Anspruch genommen. Es gibt einen Kommilitonen, mit dem ich regelmäßig in Verbindung stehe, das war es aber auch schon. Es ist halt ein Fernstudium und das eigentliche „Studentenleben“ bleibt halt auf der Strecke.

Das Lernen – und was es nicht so einfach macht

Ich lerne meist abends oder am Wochenende (da ich berufstätig bin, habe ich ja auch keine andere Wahl). Es ist aber sehr unterschiedlich. Einen wirklichen Rhythmus habe ich nicht. Wenn mich ein Thema interessiert, bin ich meist aktiver dabei, als bei uninteressanten Themen. Nach Klausuren ist auch immer erstmal (mindestens) eine Woche Pause angesagt.

InformatikIm Vergleich zu einem „normalen Studium“ gibt es keine Semesterferien und daher teile ich mir meine Freizeit auch so ein, wie ich es gerne möchte. Im Großen und Ganzen setze ich mir allerdings grobe Lernzeile. Bis Woche XY will ich Heft AB fertig haben, Am Tag Z will ich Klausur C schreiben. Das hilft mir, nicht den Überblick zu verlieren. Je näher es auf die Klausur zugeht, desto mehr Arbeit stecke ich in das Studium.

Etwa zwei Wochen vor der Klausur besteht mein Leben dann fast nur noch aus Arbeiten und Lernen. Dies könnte man sicherlich auch besser handhaben, allerdings brauch ich wohl einfach diesen Druck. Und unter Druck entstehen ja bekanntlich Diamanten.

Die Hochschule gibt im Onlineportal zwar die Hefte an, die pro Monat bearbeitet werden sollten, allerdings halte ich mich nicht daran. Ich lerne immer die Hefte für eine bzw. zwei Klausuren am Stück, schreibe die Klausur(en) und widme mich dann dem nächsten Modul.

____Quote Im Bereich Mathe ist YouTube eine Hilfe

Die Frage nach dem zeitlichen Aufwand habe ich in den Vergangenheit von vielen gestellt bekommen und konnte diese nicht wirklich beantworten. Wie schon gesagt, es ist unterschiedlich und mir fällt es schwer, eine allgemeine Aussage zu treffen. In einer „normalen Woche ohne Klausur“ könnten es etwa sechs Stunden sein. In einer Woche mit einer bevorstehenden Klausur sind es dann aber gerne mal über 30 Stunden.

Natürlich gibt es Hefte, die mir liegen und manche eben nicht. Das liegt zum Teil daran, dass die Hefte nicht so ansprechend geschrieben sind, zum Teil aber auch an mir bzw. an meinen Interessen. Manchmal entstehen natürlich auch Fragen zu den Heften, den Klausuren oder zu einzelnen Themenbereichen. Viele der auftretenden Fragen wurden aber bereits von anderen Studierenden in den Foren gefragt und beantwortet. Anfragen an einen Tutor werden meist schnell und freundlich beantwortet. Und die große weite Welt des Internets hat auch auf eine Vielzahl von Fragen eine erklärende Lösung parat. Und vor allem im Bereich Mathematik ist Youtube eine große Hilfe.

Hier kommt wieder meine Ausbildung mit ins Spiel. Diese habe ich damals zum Fachinformatiker gemacht und dadurch gibt es in den Studienheften oft einen „Ach, kenn ich doch“-Effekt. Viele Themen habe ich dadurch zumindest schon einmal gehört, auch wenn ich diese nicht mehr wirklich präsent habe. Insbesondere in den Bereichen Softwareentwicklung und wirtschaftliche Grundlagen kam mir vieles bekannt vor.

Mein Tipp daher: Auch im Fernstudium gibt es Höhen und Tiefen. Haltet die schwierigen Phasen durch und ihr werdet die Erfolge genießen. Es gibt nichts Besseres als eine bestandene Klausur unter "Erledigt" abzuheften.

Wir danken Christoph für seine Eindrücke und drücken ihm alle Daumen für sein Studium!

Bildnachweise: urulaia/pixelio