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Mein größter Wunsch war es, nochmal zu studieren...

16. Mai 2014 von Fabian Haubner in Erfahrungsberichte

Ein Fernstudium ist für viele Berufstätige mit Familie eine große Belastung. Asim Artanlar aus Lingen hat es dennoch gewagt. Trotz angekündigtem Nachwuchs und beruflichem Wechsel. Und wurde Fernstudent des Jahres. Asim Artanlar wollte nach seiner Ausbildung zum Chemikanten unbedingt noch einmal studieren. Er fand den Onlinestudiengang Wirtschaftsingenieurwesen und schrieb sich ein. Und das in einer Phase seines Lebens, die alles andere als ruhig war. Fernstudium Direkt hat mit dem Fernstudenten über diese zusätzliche Belastung und über seine Zukunftspläne gesprochen.

Asim, du hast eine Ausbildung im Bereich Chemie gemacht und arbeitest als Werkfeuermann. Für alle, dich sich damit nicht auskennen: Wie passt das zusammen?

Ich arbeite in einer Erdöl-Raffinerie, die eine hauptberufliche Werkfeuerwehr beschäftigt. Nach meiner Ausbildung zum Chemikanten hatte ich erst einen Zeitvertrag. Dann hat sich die Möglichkeit ergeben mit einem festen Arbeitsvertrag bei der Werkfeuerwehr anzufangen und damit verbunden die Laufbahn zum mittleren feuerwehrtechnischen Dienst mit Abschluss Brandmeister zu absolvieren. Diese Möglichkeit habe ich wahrgenommen.

Als Feuermann hattest du Schichtdienst, hast deine Hochzeit geplant, deiner schwangeren Frau geholfen und nebenbei studiert. Hand aufs Herz: Wie viel Freizeit hat man da noch?

Freizeit wird da zum Fremdwort. Man muss einige Abstriche machen, insbesondere bei den Freizeitaktivitäten. Durch diese Einschränkung lernt man aber die wirklich wichtigen Dinge zu schätzen. Und auf diese Dinge habe ich mich konzentriert: Familie, Freunde, etwas Sport. Auch wenn es manchmal schwer umzusetzen ist, sollte man sich regelmäßig kleine Auszeiten gönnen und diese sinnvoll gestalten.

Ist es dir schwer gefallen, nicht mehr soviel Zeit für dich selbst zu haben?

Wenn am Ende des Tages etwas Zeit für mich abfällt, reicht es mir. Und wenn nicht, ist das auch ok. Ich bin eher der Typ, der auch mit wenig Zeit für sich selbst zurechtkommt.

Wie hast du dein Fernstudium organisiert? Hast du dir Wochenziele gesteckt? Hast du feste Zeiten eingeplant? Hat deine Planung am Ende gepasst?

Ich habe mir oft vorgenommen regelmäßig etwas fürs Studium zu tun. Aber leider hat der Alltag das nur selten zugelassen. Täglich lernen, war kaum möglich. Während des Semesters habe ich vor allem die Wochenenden zum Lernen genutzt. Auch habe ich regelmäßig die angebotenen Präsenzphasen besucht. Da konnte ich jedes Mal eine Menge an zusätzlichem Wissen mitnehmen. Im Vorfeld der Klausuren habe ich oft ein, zwei Wochen Urlaub genommen, um ganztägig und intensiv zu Lernen. So bin ich ganz gut durchs Studium gekommen.

Wann hattest du dein schlimmstes Motivationstief? Und wie hast du wieder herausgefunden?

Das war eine Zeit von einigen Monaten ziemlich zur Hälfte des Studiums. Mehrere Faktoren haben die Motivation fürs Studium sehr gedrückt: Erst Komplikationen in der Schwangerschaft meiner Frau, zeitgleich ein beruflicher Stellenwechsel mit neuen Aufgaben, dann die neue Herausforderung mit Nachwuchs in einer viel zu kleinen Wohnung. Da musste das Studium hinten anstehen. Aber nachdem ein größeres Zuhause mit Rückzugsmöglichkeit zum Lernen gefunden war und man sich an den Alltag mit einem Kind gewöhnt hatte, war auch wieder Zeit und Motivation fürs Studium vorhanden.

Lebenslanges Lernen ist Teil unserer Gesellschaft geworden

Wie fandest du die Betreuung an deiner Hochschule? Hattest du das Gefühl, Teil einer Gruppe zu sein – oder warst du eher mit deinen Mentoren allein?

An der Hochschule gibt es ein Betreuungsteam für Fern- bzw. Online-Studenten. Dort hat man jederzeit gute Unterstützung zu allen Angelegenheiten rund ums Studium bekommen. Mitstudenten hat man nur relativ kurz in den Präsenzphasen gesehen und in den Studienforen „gehört“. Intensivere Zusammenarbeit gab es schon eher bei Gruppenaufgaben. Das ersetzt natürlich nicht das tägliche Miteinander auf einem Campus. Aber mit der Zeit konnte ich einige Kontakte zu Mitstudenten knüpfen, mit denen ich mich regelmäßig ausgetauscht habe. Da war das Gruppengefühl definitiv gegeben.

Hast du dir, als Judoka-Übungsleiter und Vorsitzender des Sportvereins, gezielt vorgenommen, auch im Beruf eine Führungsposition zu übernehmen? Oder war das Ziel deines Fernstudiums eher der fachliche Bereich – also das Wissen?

Ich hatte schon immer den Wunsch irgendwann ein Studium zu absolvieren. Dies war primär der Grund zum „Studienstart“. Natürlich habe ich mit dem Studium auch das Erweitern meines geistigen Horizontes als auch größere Chancen im Berufsleben verbunden.

Du möchtest im SoSe 2015 ein Masterstudium beginnen. Was denkst du? Ist danach dann Schluss? Oder gibt es für dich auch danach noch einen Grund, dich fortzubilden?

Ich bin der Meinung, dass lebenslanges Lernen Bestandteil unserer Gesellschaft geworden ist. Die Schnelllebigkeit unserer Zeit bringt es einfach mit sich. Ob es immer gleich ein Studium sein muss, sei dahingestellt. Fakt ist, wer nichts macht, bleibt stehen. Für mich ist die nächste Etappe das Masterstudium. Ob und was danach kommt, kann ich heute noch nicht sagen. Es wird aber wahrscheinlich nicht die letzte Weiterbildung sein.

Asim, vielen Dank für deine Antworten.