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Was Fernstudiengänge auszeichnet: Die Akkreditierung

29. September 2015 von Fabian Haubner in Fakten & Studien

Alle akademischen Fernstudiengänge, also solche, die mit einem Bachelor oder Master enden, werden durch eine der zehn in Deutschland zugelassenen Akkreditierungsagenturen qualitativ geprüft. 2003 wurde dies im Rahmen des Bologna-Prozesses für alle Hochschulen verpflichtend gemacht. So soll die „Qualität von Lehre und Studium“ sichergestellt werden, heißt es beim Bildungsministerium.

Wie läuft eine Akkreditierung ab?

Eine Akkreditierung beginnt mit einer Selbstdokumentation der Hochschule, in der das Konzept und die Struktur der Studiengänge dargestellt werden. Diese Selbstdokumentation ist die Grundlage für die Begutachtung vor Ort, bei der ein Gutachterteam (ein Fernstudienexperte; mindestens zwei  Wissenschaftsvertreter, ein Praxisvertreter, ein Studierendenvertreter; alle mit fachlichem Bezug zum Studiengang ) mit einem Projektbetreuer der Akkreditierungsagentur an die Hochschule fährt und getrennte Gespräche mit der Leitung der Hochschule, der Studiengangsleitung, den Lehrenden, Studierenden und dem Verwaltungspersonal führt“, erläutert Frau Hürter, Leiterin des Gutachterwesens bei der FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation).

Sowohl die Räumlichkeiten als auch die Lehrmaterialien und Prüfungsleistungen (Klausuren, Hausarbeiten, Abschlussarbeiten etc.) werden von den Gutachtern gesichtet. Bei Fernstudiengängen wird ebenfalls ein Blick auf die IT-Infrastruktur geworfen. Der gesamte Prozess von Abgabe der Selbstdokumentation bis Akkreditierungsentscheid dauert ca. sechs Monate.

Die Gutachter erstellen einen Bericht und dokumentieren so alle wichtigen Punkte für die Akkreditierungskommission. In vielen Fällen ist es der Hochschule erlaubt, eventuell bemängelte Punkte im Rahmen einer Stellungnahme nachzubessern. Auf der Grundlage des Berichts spricht sich anschließend die Akkreditierungskommission der Agentur für die Akkreditierung  aus oder formuliert Auflagen.

Wie lange ist eine Akkreditierung gültig?

Eine Akkreditierung ist jedoch auch nicht für ewig gültig. Ein Studiengang ist nach der ersten Akkreditierung für 5 Jahre akkreditiert. Danach muss er erneut geprüft werden, damit die Akkreditierung anschließend weitere 7 Jahre gültig ist. Einige Agenturen setzen einen bestimmten fachlichen Schwerpunkt. So hat etwa die FIBAA einen Schwerpunkt auf wirtschafts-, rechts- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen.

„Das grenzt die Studiengänge, die wir akkreditieren, bereits ein“, betont Frau Hürter. „Akkreditierungsfähig sind zudem nur Bachelor- und Master-Studiengängen an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen. Wir prüfen also in Deutschland keine Diplom- oder Magisterstudiengänge oder Studiengänge an nicht anerkannten Hochschulen.“

Etwas verwirrend mag die Tatsache erscheinen, dass die Akkreditierungsagenturen selbst akkreditiert werden müssen. Und zwar von einer Stiftung mit Sitz in Bonn. Dieser sogenannte Akkreditierungsrat bescheinigt die Qualität der Akkreditierungsagentur. Eine besondere Rolle spielt hier die FIBAA. Sie bietet neben dem offiziellen Siegel des Akkreditierungsrats auch ein eigenes Siegel an. Als einzige Akkreditierungsagentur bietet die FIBAA ein Premium-Siegel für Programmakkreditierungen an. Damit werden etablierte Studiengänge ausgezeichnet, die bereits erfolgreich Absolventen entlassen haben und exzellente Qualität in Studium und Lehre nachgewiesen haben. Damit kann man sich als Anbieter eine Top-Position unter den bereits akkreditierten Angeboten sichern.

„Hochschulen nutzen das FIBAA-Siegel gerne, um Partneruniversitäten im Ausland zu gewinnen. Dies hängt natürlich auch mit unserer langjährigen internationalen Erfahrung zusammen. Wir schauen uns unter dem Aspekt der Wirtschaftsnähe zudem die Berufsbefähigung der Studierenden und die Positionierung des Studienganges auf dem Arbeitsmarkt an“, erklärt Frau Hürter. Wer also auf der Suche nach bereits etablierten und ausgezeichneten Studiengängen ist, sollte die Augen nach dem FIBAA-Siegel offen halten.