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Mehr Fachkräfte durch Bildungsscheck

06. August 2014 von Britta Homann in Förderung

Der Besuch einer Abendschule, ein zusätzliches Fernstudium oder ein interessanter Lehrgang – eine qualifizierte Weiterbildung, ist meist mit hohen Kosten verbunden. Aufgrund des steigenden Fachkräftemangels in Deutschland, bietet das Land Nordrhein-Westfalen das Sonderprogramm „Bildungsscheck NRW Fachkräfte (2013 bis 2015)“ an: 50 Prozent der Weiterbildungskosten trägt dann das Bundesland und ermöglicht vielen Menschen einen beruflichen Neuanfang.

So funktioniert der Bildungsscheck

„Es gibt zwei Zugänge zum Bildungsscheck. Zum einen über das Unternehmen, das den anderen Teil finanziert, zum anderen individuell als Privatperson“, sagt Andreas Bendig von der G.I.B. NRW (Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH) in Bottrop, die für das Arbeitsministerium des Landes NRW das Bildungscheck-Programm betreut. Die Fördermaßnahme richtet sich an Unternehmen, die bis zu 20 Bildungsschecks für ihre Mitarbeiter ausgeben können, sowie Selbstständige und Privatpersonen, die ihre Fähigkeiten oder ihr Fachwissen weiter ausbauen möchten.

Wer eine Weiterbildung anstrebt, stellt seinen Antrag in einer der zahlreichen Beratungsstellen in NRW, die auf der Internetseite www.weiterbildungsberatung.nrw.de zu finden sind. Die Beraterinnen und Berater können den Antragsteller bei Eignung vor Ort in das Programm aufnehmen und die Schecks entsprechend ausstellen. Die Dokumente enthalten den Namen des Weiterbildungsinstitutes, die zu fördernde Maßnahme, den Namen des Antragstellers und das aktuelle Datum. Denn innerhalb von drei Monaten muss der Gutschein einlöst werden, da sonst die Förderung verfällt.

Die Kosten für eine Maßnahme, die bereits begonnen hat, sind im Nachhinein nicht mehr mit einem Bildungsscheck zu verrechnen. Daher ist es sinnvoll, direkt bei der Planung einer Fortbildung und Schulung schon Kontakt mit einer Beratungsstelle aufzunehmen oder sich beim Servicecenter des Landes NRW, Telefon: 02041 7670, zu informieren.

Bis zu 2000 Euro Zuschuss

„Es handelt sich um ein Förderinstrument des Landes Nordrhein-Westfalen, das schon seit mehreren Jahren besteht“, sagt Bendig zum Bildungsscheck. Das Land hat die Fördersumme für den Zeitraum 2013 bis 2015 von max. 500 auf max. 2000 Euro angehoben. „Damit soll die Teilnahme an höherwertigen Qualifikationsmaßnahmen erreicht werden. Ziel ist es, im Zuge des Demografischen Wandels und des Fachkräftemangels das Qualifikationsniveau der Beschäftigten anzuheben“, sagt Andreas Bendig.

Das Bundesland finanziert den Bildungsscheck aus Geldern des Europäischen Sozialfonds (ESF). Das Programm unterstützt einmalig eine Maßnahme mit bis zu 2000 Euro. Generell teilen sich das Land und der Antragsteller die Kosten. Beispielsweise lässt sich aber auch ein Fernstudium mit mehreren Semestern einmalig mit einem Bildungsscheck in Höhe von maximal 2000 Euro bezuschussen.

„Zurzeit ist es auch möglich, als Beschäftigter eines Unternehmens und gleichzeitig als Privatperson einen Bildungsscheck zu erhalten“, weiß Andreas Bendig. Der Arbeitnehmer nimmt an zwei Weiterbildungsangeboten teil, finanziert ein Angebot zur Hälfte selbst und wird beim zweiten von seinem Arbeitgeber unterstützt.

Bis Ende 2015 Bildungsscheck beantragen

Laut einer Broschüre des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen sollen insbesondere ungelernte Arbeiter und Menschen mit Migrationshintergrund von dem Bildungsscheck profitieren. Auch Mütter nach einer längeren Elternzeit können ihren Wiedereinstieg in den Job mit einer entsprechenden Weiterbildung vereinfachen und ihren Anspruch auf Fördermittel geltend machen. Der Infobroschüre zufolge nutzten bereits 350.000 Menschen und mehr als 45.000 Unternehmen den Bildungsscheck.

Es besteht allerdings eine genaue Richtlinie, welche Angebote unterstützungswürdig sind und unter welchen Umständen Personen bezuschusst werden. Interessiert sich beispielsweise ein Mitarbeiter für einen Gabelstapler- oder LKW-Führerschein, damit ihn sein Arbeitgeber flexibler einsetzen kann, handelt es sich nicht um eine förderungsfähige Weiterbildung.

Würde dieser Mitarbeiter hingegen an einer Abendschule anmelden, um einen Schulabschluss nachzuholen, ließe sich der Bildungsscheck einlösen. So rückt der berufliche Neuanfang für viele motivierte Arbeitnehmer in greifbare Nähe. Die Laufzeit des Sonderprogrammes ist allerdings auf zwei Jahre beschränkt. „Nach 2015 wird der Bildungsscheck weitergeführt, aber zu anderen Konditionen, die zurzeit noch festgelegt werden“, weiß Andreas Bendig.

Bildnachweis: CC-BY/fill/pixabay