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Nicht im Alleingang: berufsbegleitend studieren

20. Oktober 2017 von Elisabetta Casula in Förderung

Ein Fernstudium beziehungsweise eine Weiterbildung kann Ihnen als Arbeitnehmer ganz neue Chancen für Ihre Karriere eröffnen. Das klingt zunächst vielversprechend, der Aufwand ist aber groß. Nicht umsonst sind viele davon abgeschreckt, noch neben einem Voll-oder Teilzeitjob zu studieren. Neben dem Zeitaufwand sind auch die Kosten ein Schreckgespenst: Sie können sich zusammensetzen aus Studiengebühren, Materialkosten, unter Umständen Prüfungsanmeldung oder auch Hin-und Herfahrten plus Übernachtung, wenn es mal ein Blockseminar gibt oder auch zu den Prüfungen geht.

Chef studiert mit

Fassen Sie eine berufsbegleitende Weiterbildung oder ein Studium ins Auge, sollten Sie Ihren Chef als Partner begreifen. Er kann Ihnen wichtige Unterstützung dort geben, wo Sie sie am meisten brauchen: Zeit und Finanzen. In finanzieller Hinsicht kommt er teilweise oder auch ganz für anfallende Kosten an. Aus zeitlicher Sicht müssen Sie mit ihm Sonderurlaub oder auch den Ihnen zustehenden Bildungsurlaub absprechen. Bei Letzterem müssen Sie mit der Beantragung genau darlegen können, wie sie ihn nutzen werden. Sei es für Präsenzseminare, Prüfungstermine – oder vorbereitung. Auch sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber ab, sich mal an Zeiten freizunehmen, an denen Sie eigentlich da sein sollten. Oder Sie reduzieren Ihre Wochenarbeitszeit.  

Ein berufsbegleitendes Fernstudium bedeutet erstmal Opfer bringen, sowohl für Sie als Arbeitnehmer als auch für Ihren Chef. Er muss unter Umständen auf Sie verzichten, wenn es eigentlich nicht passt. Er muss Geld in Sie investieren, das er erstmal nicht zurück bekommt. Deswegen ist es wichtig, ihm diese Fortbildung als Vorteil zu vermitteln: Er investiert in einen bekannten Arbeitnehmer, dessen neu gewonnen Fähigkeiten er in seinem Unternehmen einsetzen kann. Suchen Sie also gut vorbereitet das Gespräch mit ihm. Überlegen Sie sich genau, nicht nur, welchen Nutzen das Fernstudium für Sie hat, sondern auch für Ihren Arbeitgeber. Wie werden Sie Ihr neu gewonnenes Wissen für ihn einsetzen?

Absprachen vertraglich festlegen

An dieser Stelle setzt ein Weiterbildungsvertrag ein. Er ist für beide Parteien eine Absicherung und hat den Vorteil, dass Sie etwas Offizielles in der Hand haben. Hierauf können Sie sich berufen, wenn es Schwierigkeiten gibt. Folgende Faktoren werden hier abgeklärt: die Kosten und deren teilweise oder gänzliche Übernahme durch den Arbeitgeber, die Dauer der Weiterbildung mit Ziel und Inhalt, Anzahl der Tage, die im Rahmen des Kurses freigenommen werden – Ihnen steht ein Bildungsurlaub von mindestens 5 Tagen zu, weiterer Sonderurlaub muss ausgehandelt werden – sowie die Dauer der Einstellung nach Beendigung des Kurses. Schließlich will auch der Arbeitgeber sich absichern, dass er nicht umsonst in Ihre Weiterbildung investiert. Sie müssen zusichern, nach Abschluss noch mindestens für eine gewisse Zeit bei ihm zu arbeiten und Ihre neuen Fähigkeiten dem Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Auch können Sie hier absprechen, in welcher Funktion Sie danach arbeiten werden und vor allem – wie das in Ihrem Gehalt reflektiert wird.

Gehen Sie es richtig an, ist ein Fernstudium für beide Parteien ein Vorteil. Achten Sie darauf, Ihren Chef frühzeitig miteinzubeziehen und gewissenhafte und transparente Absprachen zu halten. Auch ist eine enge Kommunikation mit Ihrer Fernschule wichtig. Mit ihrer Hilfe ist es möglich so vorausschauend zu planen, dass Sie mit Ihrem Arbeitgeber zuverlässige Absprachen treffen können.

 

 

Kommentare

Mittlerweile mehren sich die Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war, meinen Betriebswirt nebenberuflich zu <a href="https://www.allensbach-hochschule.de/" >studieren</a>. Der Hauptansatzpunkt ist die Zeit und die Frage, ob ich das alles unter einen Hut bekommen. Neben der Arbeit und dem Studium gibt es da noch 2 Hunden, Freundin und den Fussballverein. Und der Tag hat nun mal nur 24 Stunden. Wobei das keine absolute Überraschung ist

Hallo Kevin,

da würde ich nochmal mit der Fernschule reden und gucken, ob du da noch ein wenig umstrukturieren kannst, z.B, deine Stunden kürzen. Du bist nicht allein mit solchen Problemen. Wichtig ist, aktiv nach einer Lösung zu gucken. Notfalls kannst du auch noch ein Semester aussetzen. Viel Erfolg und nicht den Mut verlieren!

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