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Digitalisierung der Zukunft - Arbeitsplätze 4.0

28. Mai 2017 von Christian in Hanebüchen

Wie sieht die Arbeitswelt von morgen aus? Wo entstehen neue Arbeitsplätze? Und wo verschwinden sie? Die Digitalisierung ist nur ein Stichwort, aber ein wichtiges. Sie wird unsere Arbeitswelt in der Zukunft noch intensiver mitbestimmen. Dabei muss uns bewusst sein, dass Menschen niemals Automaten werden. Die moderne Technik kann zum Fluch für diejenigen werden, die mit der Geschwindigkeit der Innovation nicht Schritt halten können. Anderseits erleichtern Automatisierungsprozesse schon heute unseren Alltag. Wir gewinnen dadurch mehr Zeit, die wir anderweitig nützlich verbringen können. Der Arbeitsplatz 4.0 wird von Arbeitnehmern enorme Kraftanstrengungen erfordern. Entscheidend wird dabei aber für die gesellschaftliche Zukunftsfestigkeit sein, inwieweit Arbeitgeber zukünftig ihre Arbeitnehmer in die dynamischen Veränderungsprozesse einbinden.

Wenn der Fortschritt am Menschen vorbeiläuft

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Es gibt das Bild des Igels, der im Wettlauf gegen den Hasen überhaupt nicht antritt, weil er ohnehin weiß, dass er langsamer ist. Viele Menschen gleichen heute dem Igel, wenn es um Technik, Digitalisierung und Vollautomatisierung geht. Viele sitzen schon heute frustriert am Arbeitsplatz, weil sie im digitalisierten Prozessdschungel mit diversen, hochkomplexen Aufgabenstellungen konfrontiert sind, ohne dass je Zeit für eine vernünftige Weiterbildung da war. Die Zahl der Arbeitnehmer, die im Job selbst genauso automatisch mit neuen Aufgaben wachsen muss und dabei steckenbleibt, wächst täglich. Umso verständlicher wird, warum ein Großteil der Weiterbildung laut einer jüngeren Studie ( https://www.haufe.de/personal/hr-management/ausbildung-und-weiterbildung-bmbf-studie-digitales-lernen_80_375654.html) noch immer über analoge Medien stattfindet. Die Gefahr, dass der technische Fortschritt am Menschen vorbeiläuft, ist allgegenwärtig. Effizienz ist heute wichtiger denn je. Und die Transformation von der Hand- zur Kopfarbeit entwickelt sich rasant. Roboter sind auf dem Vormarsch. Automatisierungsprozesse verkürzen menschliche Handlungsketten. Angst müssen die haben, die sich persönlich nicht weiterentwickelt haben und als ungelernte Kräfte gelten. Und das sind nicht mehr allein diejenigen, die früher einen Schulabschluss gemacht haben und dann nach einer heute überholten Ausbildung irgendwo schon seit zwanzig Jahren am Fließband stehen. Es wird auch die Akademiker betreffen, die jenseits der gesellschaftlichen auf effizient ausgerichteten Ökonomisierung Nischenstudiengänge absolvieren und dort mit der rasch voranschreitenden Digitalisierung kaum konfrontiert werden.

Wo verschwinden Arbeitsplätze?

Die Antwort ist einfach. Die Industrie wird durch die modernen Entwicklungen nicht mehr die Zahl der Arbeitsplätze bereitstellen, wie wir es über Jahrzehnte in Deutschland gewohnt waren. Auch wenn die Zukunftsaussichten für Arbeitnehmer aktuell sehr gut aussehen, es noch nie in Deutschland so viele sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gegeben hat, muss man vor allzu viel Optimismus warnen. Aufgrund des demografischen Wandels wird Deutschland ab 2025 enorm an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Aus demselben Grund wird in den nächsten Jahren ein "Hochschulsterben" einsetzen, das die berufliche Umschulung und Weiterbildung von Akademikern erfordert, die bisher keinerlei andere Berufserfahrungen außerhalb der Alma Mater gemacht haben.

Wo entstehen Arbeitsplätze?

Die IT-Branche wird weiter wachsen. Der Bedarf an Fachkräften, die mit der Digitalisierung gewachsen sind, wird größer. Andererseits wird es für diejenigen, die nicht zu den "Digital Natives" gehören, schwer. Sie müssen auch im Alter Ü 50 noch zu Fortbildungsaktivitäten bereit sein. Und es muss den Arbeitgebern klar sein, dass die Aufnahmefähigkeit mit zunehmenden Alter sinkt. Eine Alternative zum Ansatz des lebenslangen Lernens gibt es allerdings nicht. Auch ein massiver Zuzug von IT-Fachkräften, der aktuell nicht in Sicht ist, wird den Bedarf nicht stillen. Das Problem der zunehmenden Digitalisierung, die auch eine zunehmende Dokumentarisierung der eigenen Arbeit im System mit sich bringt, besteht darin, dass die IT-Branche nicht viele Arbeitsplätze schafft. Das Unternehmen Google beschäftigte 2016 weltweit gerade einmal  72053 Arbeitsplätze.

Ausblick

Es scheint, dass die Arbeitsplätze 4.0 dort entstehen, wo ungelernte Kräfte und Generationen von Facharbeitern ohne ausreichende Fortbildung Probleme bekommen. Wer die Gewinner sind, lässt sich derzeit schlecht sagen. Aber historisch gesehen hatten wir bereits Mitte des 19. Jahrhunderts durch eine sinkende Geburtenrate eine Vorwegnahme des Wirtschaftswandels.  Ganz offenbar reagieren viele westliche Gesellschaften frühzeitig auf Veränderungen und passen ihr Verhalten entsprechend an. Ob das gut oder schlecht ist, das mag jeder anders sehen.

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