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Konflikte am Arbeitsplatz - Wie Teamfortbildungen helfen

20. Februar 2017 von Christian in Hanebüchen

Es gibt keine Statistik darüber, wie viele Menschen jährlich den Arbeitsplatz wechseln, weil sie mit dem Team nicht mehr klarkommen. Aber die Vermutung liegt nahe, dass mehr als fünfzig Prozent dieser Menschen einen neuen Arbeitgeber gesucht haben, weil sie unzufrieden mit den Kollegen waren oder ihre Leistung im Team nicht richtig gewürdigt wurde.  Mobbing muss nicht einmal die Ursache gewesen sein. Wie schnell Konflikte am Arbeitsplatz entstehen können, wie man ihnen mit Fortbildungen  begegnen kann, zeigt folgendes Beispiel auf.

Herr Meier gibt mir immer die unangenehmen Aufgaben…

Herr Meier ist in einem mittelständischen Unternehmen Abteilungsleiter des Vertriebs. Er hat für drei Personen Personalverantwortung. Frau Benke, Frau Müller und Frau Schön betreuen die Kunden direkt. Wenn die Kunden unangenehm werden, wird immer Frau Benke mit der Sache betraut. Frau Müller und Frau Schön geben ebenfalls die heiklen Aufgaben ab. Auch sie leiten mittlerweile schwierige Kundengespräche an Frau Benke weiter. Eine Würdigung bekommt Frau Benke dafür nicht. Mehr Lohn auch nicht. Frau Müller und Frau Schön sind wesentlich jünger und verstehen sich dazu noch gut miteinander, während Frau Benke sich außen vor fühlt. Weil Frau Benke bereits über 50 ist, fürchtet sie die offene Aussprache. Sie hat Angst vor einem Jobverlust. Aber sie leidet innerlich. Jahrelang. Und dann gibt es einen plötzlichen Wutausbruch.

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Frau Benke wird von Herrn Meier eines Tages ins Büro gerufen und zum Umgang mit einem jahrelangen Großkunden befragt. Es hat eine Beschwerde gegeben. Frau Benke empfindet die Ansprache Ihres Chefs, dass man jahrelange Großkunden nicht so im Regen stehen lasse könne, als unangemessene Kritik. Als sie in Ruhe darstellen will, dass der Großkunde sich im Ton vergriffen und Lieferkonditionen verlangt habe, die im Leistungsumfang von vornherein ausgeschlossen waren, winkt Herr Meier arrogant ab. Es ist der Augenblick, in dem Frau Benke sich vergisst und Ihren Chef im Büro anschreit und beleidigt. Der ist von der plötzlichen Wutattacke seiner Mitarbeiterin überrascht und kündigt Ihr eine Abmahnung an, mit der Bitte, sein Büro sofort zu verlassen. Was genau ist passiert? Und wie kann eine frühzeitige Fortbildung im Team hier helfen?

Weiterbildung Konfliktmediation

Das ist nur ein Beispiel von vielen. An dem Beispiel erkennt man aber, dass das Team Aufgaben nicht gemeinsam erledigt, dass Rollen ungerecht verteilt worden sind und dass es eine Kultur der Kommunikation im Miteinander überhaupt nicht gibt. Es ist die typische, alltägliche Situation eines Mittelstandunternehmens, das Teamgesprächen keine Zeitkapazitäten einräumt, Hierarchien unkritisch pflegt und entsprechend jahrelang Führungsverantwortliche nicht hinterfragt. Eine Weiterbildung im Bereich der Konfliktmediation hätte Raum und Zeit für Gespräche schaffen können, um diese Konflikte gar nicht erst eskalieren zu lassen. Die Folgen solcher Konflikte sind häufig weitreichend. Eine ambitionierte Mitarbeiterin wie Frau Benke verlässt das Unternehmen. Für das Unternehmen selbst ist keine Lösung geschaffen worden.

Konflikte sind unvermeidlich

Eines ist klar: Konflikte am Arbeitsplatz lassen sich nicht vermeiden. Aber mit ihnen lässt sich besser umgehen, wenn im Team ein offenes Gesprächsklima herrscht, der Führungsverantwortliche sich Zeit für die Sorgen und Anliegen der Mitarbeiter nimmt und auch die Geschäftsführung viel näher am mittleren Management ist. So wichtig das gewachsene Vertrauen gerade in Familienunternehmen gegenüber langjährigen, loyalen Führungskräften ist, so anfällig sind mittelständische Unternehmen für solche Fehlentwicklungen, wenn sie jemandem blind vertrauen und nur Zahlen sehen. Es ist daher für jedes Unternehmen empfehlenswert, von Zeit zu Zeit die Strukturen zu hinterfragen. Insbesondere dann, wenn die Personalfluktuation alarmierend hoch ist. Fachkräfte, die mit diesen Erfahrungen einmal gegangen sind, kommen nicht mehr wieder.

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