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Ist ein Fernstudium für mich geeignet?

02. November 2011 von Redaktion in Tipps & Ratgeber

Es ist ein großer Schritt, sich für ein Fernstudium zu entscheiden. Ein Fernlehrgang kann für die Dauer des Studiums das Privatleben gehörig durcheinander bringen und die Freizeit auf ein Minimum reduzieren. Deshalb bedarf es gründlicher Überlegung bevor man sich für ein Fernstudium einschreibt.

Drei Dinge sollte man vor allem klären:

  • Die Grundmotivation - was bewegt mich dazu, ein Fernstudium oder gerade diesen Fernkurs zu machen?
  • Die Voraussetzungen - bringe ich die wichtigsten persönlichen Eigenschaften für ein Fernstudium mit?
  • Die Selbstmotivation - kann ich mich selbst motivieren und auch motiviert bleiben?

Nach der Bearbeitung dieser drei Fragen kommt man der Antwort auf die Frage "Wäre ich ein guter Fernstudent?" erheblich näher.

1. Die Grundmotivation

Ein Fernstudium ist nicht gleichermaßen für jeden Menschen geeignet. Diese Tatsache wird manchen Fernstudenten erst bewusst, wenn Sie sich bereits inmitten eines Fernkurses befinden. Für die meisten Teilnehmer ist es am schwierigsten, sich immer wieder zu motivieren und den Lerneifer dauerhaft aufrecht zu erhalten. Gibt es vielleicht einen speziellen Typ Mensch, der besonders für die Bildungsalternative Fernstudium geeignet ist? Einen richtigen Typ wahrscheinlich nicht, aber es gibt durchaus Charaktereigenschaften, die es leichter machen, ein Fernstudium zu absolvieren. Im Grunde genommen ist aber alles eine Frage der Motivation...

Nachfolgend sind einige Aussagen aufgeführt, die eine gute Motivation für den Beginn eines Fernstudiums darstellen:

  • In meiner Firma wird demnächst eine Stelle frei die mir gefällt. In Absprache mit dem Geschäftsführer könnte ich mich via Fernstudium für diesen Job qualifizieren.
  • Ich bin zurzeit arbeitssuchend und in einem interessanten Sektor herrscht akuter Fachkräftemangel – für eine Vollzeit-Ausbildung habe ich wegen meiner Familie keine Zeit.
  • Mein jetziger Job wird in Folge von Modernisierungsmaßnahmen gestrichen und ich kann nur bleiben, wenn ich mich berufsbegleitend weiterbilde.
  • Mit einem Fernstudium kann ich mich für eine interessante brancheninterne Führungsposition qualifizieren, mit der ich wesentlich mehr verdiene als zurzeit.
  • Ich möchte nicht mehr in meinem jetzigen Beruf weiterarbeiten, kann aber auch nicht kündigen weil ich das Geld benötige. Deshalb muss ich mich berufsbegleitend auf einen Jobwechsel vorbereiten.
  • Aufgrund von Krankheit kann ich nicht mehr in meinem alten Beruf arbeiten, möchte aber für eine Weiterbildung nicht wieder die Schulbank drücken müssen.
  • Ich möchte mein Hobby zu einem Nebenjob machen.

Hier sind einige Grundmotivationen, die sich weniger gut für den Beginn eines Fernstudiums eignen:

  • Ich habe schon seit Jahren keine Weiterbildung mehr gemacht, deshalb möchte ich jetzt mit einem Fernstudium beginnen.
  • Mein Vorgesetzter hat gemeint, ich solle mich weiterbilden.
  • Ich weiß nicht genau, ob es das richtige für mich ist – aber ich möchte einen Fernkurs zu einer bestimmten Thematik belegen und dann schauen, ob es mir gefällt.
  • Ich möchte einen akademischen Grad via Fernstudium erwerben, um dann zu sehen, ob ich bessere Karrierechancen habe.
  • Mir fehlt es weder an Zeit noch an Geld, deswegen möchte ich gerne in meine Bildung investieren.

2. Die Voraussetzungen

Bevor man sich an einer Fernschule oder einer Fernuni für ein Fernstudium bzw. einen Fernkurs einschreibt, sollte man sich selbst einige kritische Fragen stellen und diese auch ehrlich beantworten. Die nachfolgend aufgeführten Fragen sollen jedoch keineswegs Teil eines Psycho-Tests sein, an dessen Ergebnis sich dann klar ablesen lässt, ob man ein guter Fernstudent wäre oder nicht. Die Fragen sollen lediglich zum Nachdenken anregen und bei der Entscheidungsfindung helfen.

  • Zehn Fragen, die sich künftige Fernstudenten stellen sollten:
  • Bin ich bereit auf einen Großteil meiner Freizeit zu verzichten?
  • Kann ich mich gut organisieren und selbstständig arbeiten?
  • Kann ich mich gut selbst motivieren?
  • Kann ich die finanzielle Belastung durch das Fernstudium gut bewältigen?
  • Habe ich einen hohen Stresspegel, bedingt durch Familie oder Beruf?
  • Benötige ich regelmäßiges Lob oder Zuspruch von meinem Ausbilder?
  • Brauche ich andere Personen, mit denen ich in körperlicher Nähe zusammen lerne?
  • Habe ich ein eigenes Büro oder einen ruhigen Platz, um störungsfrei zu lernen?
  • Bin ich mir völlig im Klaren über die Studieninhalte und mein persönliches Ziel?
  • Haben meine Freunde und Familienmitglieder Verständnis dafür, dass ich künftig weniger Zeit für sie habe?

3. Die Selbst-Motivation

Wie bereits erwähnt, ist beim Fernstudium die Motivation einer der wichtigsten Faktoren. Dabei ist aber nicht nur gemeint, was einen Fernstudenten dazu bewegt gerade diesen Fernlehrgang zu belegen, sondern auch, wie man sich selbst motiviert und vor allem wie man motiviert bleiben kann. Um die so genannten „Motivationslöcher“ zu meistern, gibt es zahlreiche Tipps von Coaches und anderen Experten. Einige populäre Motivationshilfen sind nachfolgend zu finden.

Zehn Strategien um „Motivationslöcher“ zu bewältigen:

1. Teilziele setzen
Teilziele und Etappenziele setzen, welche möglichst stressfrei, jedoch nicht ganz ohne Leistungsbereitschaft erreicht werden können. Freunde und Bekannte sollten dann über die betreffenden Ziele unterrichtet werden. Ziel dieser Maßnahme: Es verursacht Unbehagen und man kommt in Erklärungsnot, wenn man sich eingestehen muss, dass man die gesetzten Ziele nicht erreicht hat. Diese Methode funktioniert besonders gut über Foren und Blogs.

2. Die "Positiv-Schatztruhe"
Eine kleine „Schatztruhe“ zurecht machen, welche mit Zetteln gefüllt wird, auf denen besonders gute Noten, Lob vom Lehrer oder andere positive Begebenheiten notiert sind. Wenn ein Motivationsloch naht, einfach einen Blick in die Truhe werfen und eine bis zwei der Notizen durchlesen.

3. Visualisierung und Verbalisierung der Ziele
Die mittel- und langfristigen Ziele des Fernstudiums werden auf einem Blatt Papier oder auf dem Desktop des Computers notiert und regelmäßig vor Beginn und nach Beenden der Arbeit laut vorgelesen sowie bestmöglichst visualisiert

4. Das Motivations-Plakat
Ein Plakat wird direkt über dem Lernplatz angebracht. Auf das Plakat werden motivierende Sätze, Studienziele und Berufsziele geschrieben. Auch künftige Gehaltsvorstellungen und kurze Erfolgsstorys von Menschen mit ähnlichen Zielen eignen sich bestens für diese Taktik.

5. Das Blog
Das Führen eines Blogs zum Fernstudium kann eine sehr motivationsfördernde Maßnahme sein, auch wenn nur ein kleiner Kreis von Lesern erreicht wird. Niemand gibt gerne vor einem Publikum (und sei es auch noch so klein) zu, dass er keine Lust mehr hat. Sollte eine motivationslose Aussage in einem Blogpost zu finden sein, dann kommen in der Regel auch entsprechend motivierende Kommentare von den Blog-Lesern.

6. Persönliches Belohnungssystem
Ein persönliches Belohnungssystem sollte völlig individuell gestaltet werden. Das kann bei maßvollem Genuss von Lieblings-Süssigkeiten (für Teilziele) beginnen und bis zur Anschaffung eines Neuwagens (für das Erreichen des Endziels) gehen. In der Regel sollten es aber eher kleinere Belohnungen in Form von Freizeitaktivitäten, Pausen oder anderen wohltuenden Kleinigkeiten sein.

7. Auf die Gedanken achten
Gedanken sind mächtig - nicht nur direkt beim Lernen sondern auch für Suggestionen aller Art. Deshalb gilt: Positiv Denken! Gedanken wie - "das schaff ich nie" oder "das ist nichts für mich", sollten tunlichst vermieden werden. Besser sind Gedanken wie "das schaffe ich" und "ich bin auf dem richtigen Weg"!

8. Keinen unnötigen Druck produzieren
Unnötiger Druck soltte wenn möglich vermieden werden. Wichtig ist am Ende nur, dass das Studienziel erreicht wird - gut durchs Studium zu kommen reicht also völlig aus. Nicht jeder Fernstudent sollte Ambitionen dazu haben, der Kursbeste zu sein. Deshalb gilt: Keine überhöhten Ansprüche stellen – immer auf dem Boden bleiben.

9. Ausgleichstätigkeiten im Freien
Während eines Fernstudiums ist die Freizeit meist auf ein Minimum beschränkt. Deshalb ist es besonders wichtig die reduzierte Freizeit für sinnvolle Ausgleichs-Tätigkeiten zu nutzen. Idealerweise finden diese Aktivitäten an der frischen Luft statt oder verlangen zumindest körperliche Betätigung. Wenn der Kopf wieder einmal nichts mehr aufnehmen will, einfach mal eine Runde joggen gehen.

10. Angenehme Lernumgebung schaffen
Ganz wichtig für das Fernlernen ist die Lernumgebung. Für das Fernstudium sollte eine Oase der Ruhe geschaffen werden, in der man sich so richtig wohl fühlt. Wichtig ist vor allem, dass man völlig entspannt ans Lernen herangeht und nicht erst aufräumen muss oder sich unwohl und gestört fühlt. Wer mag, kann auch während des Lernens seine Lieblings-Cd einlegen.

4. Zu guter Letzt...

...muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, ob ein Fernstudium die richtige Wahl ist. Wenn die Entscheidung für die Bildungsalternative Fernstudium gefallen ist, dann stehen auch schon die nächsten Entscheidungen an: Welcher Fachbereich soll gewählt? An welcher Fernschule oder Fernuni soll der Fernkurs absolviert werden?

Bei der Entscheidung für ein Fernstudium sollten die Kandidaten auf jeden Fall eines sein: ehrlich zu sich selbst! Es hat keinen Nutzen, sich seine Motivation oder wenig förderliche Eigenschaften schön zu reden. Wnn man mit einem Fernstudium beginnen möchte, dann sollte man auch zu 100% hinter dieser Entscheidung und all ihren Konsequenzen stehen.

Bildnachweis: CC-BY/jarmoluk/pixabay