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Der MBA - Garant oder Schmuckwerk für eine Karriere?

03. März 2011 von in Tipps & Ratgeber

Der MBA Degree war ursprünglich für Ingenieure und promovierte Experten als eine zusätzliche Qualifikation gedacht, die den Wechsel oder Aufstieg vom technischen Sektor ins gehobene Management erleichtern sollte. Der Master of Business Adminstration (MBA) ist jedoch aktuell zu einem der begehrtesten Titel für aufstrebende Young Professionals der verschiedensten Branchen geworden. Warum ist das so? Was steckt hinter diesem Titel? Was bedeutet es ein MBA zu sein? Für ein MBA-Präsenzstudium müssen die Aspiranten eine Karrierepause von bis zu zwei Jahren einlegen und dazu noch fünf- bis sechsstellige Euro-Beträge investieren.

Herkunft, Tätigkeiten und Voraussetzungen

Wie und wann ist der MBA-Titel entstanden?

Berichten zufolge war das Darthmouth College in New Hamshire (USA) im Jahr 1902 die erste Einrichtung, die den Master-Titel an einen Absolventen verlieh. Dieser historische Titel wurde „Master of Commercial Science“ genannt. Die Bezeichnung Master of Business Administration setzte sich erst im Laufe der nächsten Jahrzehnte durch. Es dauerte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts bis sich die neuen Master-Titel gegen die damals wesentlich populäreren Bachelor-Degrees behaupten konnten. Die vorher recht diffusen Studieninhalte des Master-Studiums wurden in dieser Zeit durch die Einführung von Pflichtfächern neu strukturiert und der MBA avancierte nicht selten sogar zum Markenzeichen renommierter Business Schools. Bis in die neunziger Jahre hinein war der MBA-Titel in Deutschland weitgehend Terra incognita und erst vor der Jahrtausendwende wurde er auch in der Bundesrepublik offiziell anerkannt. Seitdem erleben MBA-Programme national und international einen nicht zu bremsenden Aufschwung.

Wie sieht der Alltag eines Master of Business Administration aus?

Den typischen MBA-Berufsalltag gibt es sicher nicht, denn ein Master of Business Administration kann in den verschiedensten Branchen, Bereichen und Positionen eingesetzt werden. Wichtig für seine tägliche Arbeit ist jedoch fast immer, dass der MBA genaueste Kenntnisse darüber besitzt wie in seinem Tätigkeitsfeld die verschiedenen Arbeitsbereiche ineinander greifen und welche Reibungspunkte an den Schnittstellen auftreten können. Den Überblick über den gesamten ihm anvertrauten Verantwortungsbereich zu behalten, kann für den MBA wesentlich wichtiger sein als Spezialkenntnisse in einem einzelnen Resort. Auch sollte und kann der MBA im Idealfall täglich seine soziale und interkulturelle Kompetenz unter Beweis stellen und Führungsqualitäten beweisen. Der Fokus der alltäglichen Arbeit liegt demnach am ehesten im Zusammenspiel der Bereiche Organisation, Controlling, Personal, Betriebswirtschaft und Marketing.

Welche Zulassungsvoraussetzungen müssen Anwärter auf ein MBA-Studium erfüllen?

Für alle Anwärter auf ein MBA-Studium ist die Berufserfahrung ein absolutes Muss. Mindestens zwei Jahre sind bei den meisten deutschen MBA-Programmen erforderlich, im Idealfall sollten es jedoch eher fünf Jahre sein. Berufserfahrung ist unter anderem deshalb notwendig, weil ein Großteil des verwertbaren Fachwissens beim Studium durch die Teamarbeit und den fachlichen Austausch mit den Kommilitonen entsteht. Eine weitere Voraussetzung ist ein möglichst erfolgreich abgeschlossener TOEFL (Test of English as a Foreign Language), denn das sichere Beherrschen der englische Sprache gehört zum Standard an jeder Business School. Auch ein erfolgreich abgeschlossenes Erststudium, meist mit Diplom- oder Bachelor-Titel, ist für die Zulassung unbedingt erforderlich.

Die erste anspruchsvolle Hürde, welche die Anwärter auf ein MBA-Studium an fast jeder Business School bewältigen müssen, ist der so genannte GMAT (Graduate Management Admission Test). Bei diesem Test geht es unter anderem um das Sprachverständnis und das schnelle Erfassen komplexer Sachverhalte unter Stress. Der Test kostet über das Graduate Management Admission Council (GMAC) rund 250 USD und besteht aus folgenden drei Teilen: Analytical Writing Assessment (AWA), Quantitative Section und Verbal Section (offizielle Adresse für den GMAT). Der Sinn des GMAT ist es, mittels einer anspruchsvollen standardisierten Prüfung die sprachlichen und quantitativen Fähigkeiten der MBA-Anwärter zu ermitteln. Die maximale Punktzahl beim GMAT beträgt 800 Punkte, der Durchschnitt in Deutschland liegt allerdings bei circa 535 Punkten und nur ca. 5% der weltweiten GMAT-Teilnehmer schaffen es über die 700-Punkte-Marke. Kurse zur Vorbereitung auf den GMAT bietet unter anderem die Plattform MBA-Help an (siehe: GMAT-Kurse).

Nicht jede Business School fordert allerdings den GMAT, es gibt auch Anbieter die auf den GRE-Test (siehe offizielle GRE Website) Wert legen. An der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) müssen Anwärter auf ein MBA-Fernstudium den MBTI-Test (MBTI = Myers-Briggs-Typindikator) durchlaufen bevor die Universität über eine Zulassung entscheidet. Es kann und sollte also bei weitem nicht jeder ambitionierte Betriebswirtschafler oder Manager ein MBA-Studium beginnen. Jedes MBA-Programm fordert von seinen Teilnehmern überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft und immensen Lerneifer. Am Ende des Studiums steht jedoch meist auch ein gut bezahlter Job im gehobenen Management - Karrieregarantien gibt es allerdings mit keinem Titel und in keinem Unternehmen.

Inhalte, Richtungen und Karriereziel

Welche Studieninhalte und Schwerpunkte hat ein MBA-Programm?

Ganz allgemein kann man festhalten, dass sich ein gutes MBA-Programm vor allem durch Praxisnähe, internationale Kommunikation sowie soziale und interkulturelle Kompetenz auszeichnet (siehe auch Handelsblatt-Artikel: „Was ist ein richtiger MBA?“). Der MBA ist demnach keinesfalls ein erweitertes BWL-Studium, denn als so genanntes General-Management-Studium umfasst ein MBA-Programm alle Themengebiete, die für die Unternehmensführung relevant sind. Einen guten Überblick in puncto Studieninhalte bietet unter anderem das literarische Standardwerk zum MBA-Studium vom Verlag Staufenbiel (Link zum Buch: „Das MBA-Studium 2011“). Gute MBA-Absolventen besitzen unternehmerische Schlüsselqualifikationen, sie beweisen Führungsqualität, erkennen die Notwendigkeit von Veränderungen und leiten diese ein.

Bei der Modulgestaltung von MBA-Programmen gewinnt der „Faktor Mensch“ zudem immer mehr an Bedeutung. Soziale Kompetenz, Führungspsychologie und Soft Skills, einst die Stiefkinder vieler MBA-Programme, rücken immer mehr in den Vordergrund. Ein großer Schwerpunkt an allen Business Schools ist jedoch die Team-Arbeit. Anhand von Fallbeispielen aus der realen Wirtschaftswelt werden die Studenten mit sehr komplexen Situationen konfrontiert und müssen dann gemeinsam auf Basis der bereitgestellten Informationen wegweisende Entscheidungen treffen. Dieses so genannte „Case Method Model“ stammt ursprünglich von der Harvard Business School, die auch heute noch die meisten Fallstudien zur Verfügung stellt. In den ersten Semestern müssen die Inhalte der Pflichtfächer (Core Courses) bearbeitet werden. Ab dem zweiten Studienjahr verlagern sich die Studienschwerpunkte in Richtung der gewählten Spezialisierung und mehrere Wahlfächer (Elective Courses) werden je nach Interesse belegt. Das Lernen fällt dann den meisten Studierenden wesentlich leichter.

Welche Fachrichtungen gibt es bei MBA-Programmen?

Fast 70% der MBA-Programme an deutschen Business Schools haben eine Spezialisierung. Die diversen Nischenprogramme sollen den Wert des MBA-Titels am Arbeitsmarkt steigern. Der Aufbau der MBA-Programme ist jedoch an den meisten Business Schools identisch – so muss zunächst jeder Student die so genannten „Core Courses“, also die „Basics“, erfolgreich belegen und kann sich danach, meist in den letzten 2-3 Semestern, mit den „Elective Courses“ seiner gewünschten Spezialisierung zuwenden. Ein eher allgemeines MBA-Programm ist der MBA General Management, den unter anderem die AKAD Hochschulen und die Allfinanz Akademie im Fernstudium anbieten. Besonders gefragt sind zurzeit die Spezialisierungen Human Resource Management, Finanzmanagement sowie Sport- und Tourismusmanagement. Selbstverständlich gibt es noch eine Vielzahl weiterer Fachrichtungen, die hier nicht alle erwähnt werden können – die oben genannte Auswahl bezieht sich lediglich auf deutsche MBA-Programme via Fernstudium.

Für welche Karriereziele benötigt man einen MBA-Titel?

Der hohe Zeit- und Kostenaufwand für ein MBA-Studium wirft immer wieder die Frage auf, für welche Karriereziele sich denn der MBA überhaupt lohnt bzw. für welche Jobs ein MBA Degree Voraussetzung ist. In den USA ist der MBA für ambitionierte Jungmanager ein fast selbstverständlicher Schritt auf der Karriereleiter. In Deutschland haben sich die MBA-Programme trotz des weiterhin steigenden Zulaufs noch nicht so massiv etabliert wie in den Vereinigten Staaten. Das kann unter anderem am deutschen Hochschulsystem liegen, wo teilweise schon für ein Erststudium fünf Jahre benötigt werden. Dem entsprechend hoch sind die Erwartungen an die einzelnen MBA-Programme der Business Schools. Viele High Potentials entscheiden sich nach mehrjährigem Studium und zwei bis vier Jahren Berufserfahrung dennoch dafür, als Karrieresprungbrett ein MBA-Studium zu beginnen – immer öfter mit der berufsbegleitenden Bildungsmethode Fernstudium.

Im gehobenen Management vieler deutscher Industrieunternehmen ist der MBA Degree mittlerweile für künftige Top-Manager eine gern gesehene Zusatzqualifikation. Doch der Titel allein macht selbstverständlich keinen guten Manager, es kommt immer auf den Menschen an der dahinter steht. Ob ein MBA-Programm darüber hinaus international konkurrenzfähig ist, entscheidet die Bewertung einiger hochrangiger Instanzen wie AACSB International, EFMD und AMBA. Eine Akkreditierung durch eine dieser Organisationen ist das Aushängeschild vieler Business Schools und ihrer MBA-Programme. Für eine Spitzenposition im Management des US-amerikanischen Unternehmens General Motors wäre demnach ein MBA Degree der Harvard Business School ideal. In Deutschland werden solche Werturteile jedoch noch nicht so stark gewichtet wie in den USA, obwohl man auch hierzulande schon verstanden hat, dass ein MBA Degree nur so viel wert ist wie die Business School die ihn verliehen hat.

Gehalt und berufliche Vorteile

Wie viel verdient man als MBA und was kostet ein MBA-Studium?

Ende der neunziger Jahre war es in manchen Bereichen durchaus möglich mit dem Erreichen des MBA-Titels sein Gehalt zu verdoppeln. Mittlerweile liegt das Jahresgehalt eines MBA je nach Branche durchschnittlich zwischen 65.000 und 100.000 Euro. Von den Ländern der Europäischen Union zahlt England die höchsten Gehälter. Das Gehalt eines MBA ist jedoch stark von den gezahlten Boni abhängig. Laut einer GMAC-Umfrage (zur GMAC-Umfrage) steigen die Gehälter von MBA-Absolventen und über 93% der Business-School-Absolventen haben nach dem Studium einen Arbeitsplatz.

Die Kosten für ein MBA-Studium variieren jeweils stark durch Art und Dauer des MBA-Programms und dem Standort der Schule. In den USA kann die Ausbildung schnell mehr als 100.000 USD kosten, während ein MBA-Studium in Europa wesentlich günstiger zu haben ist. Die wohl günstigste Alternative ist hier ein MBA-Fernstudium, schon allein weil die Kosten für Unterbringung und Fahrt wegfallen. Zwar lädt die Kosten/Nutzen-Gleichung beim MBA zu abenteuerlichen Rechenexempeln ein, doch jeder Anwärter sollte sich genau überlegen ob sich der Arbeits-, Zeit und Kostenaufwand für seine ganz persönlichen Karriereziele lohnt.

Welche Vorteile hat ein MBA-Fernstudium?

Die wenigen Nachteile eines MBA-Präsenzstudiums, wie Kosten, Karrierepause und Verdienstausfall, sprechen allesamt für ein MBA-Fernstudium. Die Kosten sind meist wesentlich geringer und Verdienstausfälle gibt es überwiegend keine, denn ein Fernstudium findet berufsbegleitend statt - lediglich zu den Präsenzseminaren oder zur Abschlussprüfung muss man in einem Studienzentrum der gewählten Fernschule erscheinen. Eine Frage drängt sich allerdings auf: Wenn ein Großteil des MBA-Studiums aus Team-Arbeit besteht und der MBA-Student von seinen Kommilitonen im Idealfall genau so viel lernt wie von den Dozenten, wie verhält es sich dann bei einem Fernstudium? Die Lösung für dieses Problem ist der Online-Campus – denn echte Team-Arbeit ist auch im virtuellen Hörsaal gut möglich und sogar absolut erwünscht.