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Online Prüfung im Fernstudium - Über Prüfungsaufsicht und Datenschutz

18. Oktober 2022 von in Tipps & Ratgeber

Bei einem Fernstudium bzw. einer berufsbegleitenden Weiterbildung können verschiedene Prüfungsformen zum Einsatz kommen. Neben Präsenz-Prüfungen am Studienstandort und Einsendeaufgaben bieten immer mehr Fernschulen Online-Prüfungsformen an, sodass es vermehrt möglich wird, komplett von zuhause aus zu studieren und Prüfungen abzulegen.

Die Bandbreite an (Online-)Prüfungsformaten ist groß und umfasst beispielsweise:

  • Closed-Book (Spickzettel und andere Hilfsmittel sind verboten)
  • Cheat-Sheet (zuvor festgelegte Spickzettel sind erlaubt)
  • Open-Book (das Nachschlagen in verschiedenen Quellen ist während der Klausur erlaubt)
  • Open-Web (Recherchen überall und im Web erlaubt)
  • semesterbegleitende Portfolio-Prüfungen
  • oder mündliche Prüfungen im Videocall.

Studierende fordern Chancengleichheit und einen geregelten Prüfungsablauf

Unabhängig vom Prüfungsformat, sei es online oder in Präsenz, ist es wichtig, dass Hochschulen die Qualität der Prüfungen und der erzielten Ergebnisse sicherstellen. Prüfungsergebnisse bescheinigen die für das Weiterkommen im Studium und die Aufnahme akademischer Berufe erforderlichen Kompetenzen und Leistungen. Ein geregelter Prüfungsablauf ist deshalb die Grundvoraussetzung für die Werthaltigkeit und die Integrität der gezeigten Leistungen. Insbesondere Chancengleichheit und ein faires Verfahren, das Täuschungsversuche vermeidet und ahndet, müssen für alle Prüflinge gewährleistet sein und werden auch von der Mehrheit der Studierenden gefordert. 

Beaufsichtigung von Online Prüfungen - Welche Arten gibt es? Wann kommen diese zum Einsatz?

Hochschulen sind gefragt, Methoden zu finden, Onlineprüfungen zuverlässig und dem wissenschaftlichen Anspruch angemessen zu gestalten. Dafür werden oft Proctoring-Lösungen wie die von Proctorio eingesetzt, die als integriertes Tool in die Lernmanagement Systeme die Beaufsichtigung von Online-Prüfungen gewährleisten. Denn Fernprüfungen mit Online-Beaufsichtungsoption werden mehr und mehr zum digitalen Prüfungsstandard an Hochschulen und leisten dadurch einen wertvollen Beitrag, prüfungsrechtliche Rahmenbedingungen mit Beaufsichtigung auch außerhalb der Hörsäle zu gewährleisten. 

Es gibt drei Arten von Proctoring für Online-Prüfungen: 

Record & Review

Aufzeichnung von Prüfling / Desktop mit anschließender manueller Kontrolle (z. B. durch Hochschulpersonal), zeitunabhängig durchführbar, dafür aber keine Live-Unterstützung möglich, größere Datenspeicherung für die Aufzeichnungen und ein erheblicher Zeitaufwand für die manuelle Prüfung.

Live Proctoring

Direkte Beaufsichtigung von Prüflingen / Desktops während der Prüfung durch Hochschulpersonal oder externen Dienstleistern (s.g. Live-Proctoren). Diese Art der Beaufsichtigung ist personalintensiv, schwer skalierbar (und damit teuer), hat jedoch den Vorteil der direkten Reaktionsmöglichkeit. Zudem müssen nur wenig Daten gespeichert werden.

Vollautomatisches Proctoring

Aufzeichnung von Prüflingen / Desktop mit vollautomatischer und KI-gestützter Beaufsichtigung. Ähnlich zu Record & Review, jedoch werden vermeintlich verdächtige Handlungen hervorgehoben, so dass der Prüfende sich auf die verdächtigen Fälle konzentrieren kann. Diese Proctoring-Art ist entsprechend leichter skalierbar als Live-Proctoring, bietet jedoch keine direkte Reaktionsmöglichkeit.

In Zukunft wird mit einer zunehmenden Etablierung von digitalen Prüfungsformaten an deutschen Hochschulen gerechnet. Online-Prüfungen sind in vielen Fällen eine wertvolle Ergänzung zu bestehenden Präsenzprüfungen und kommen auch der immer stärkeren Heterogenität der Studierendenschaft entgegen. Studierende in besonderen Lebenslagen, mit Kindern oder in Betreuungsverantwortung, können somit leichter an Prüfungen teilnehmen. Auch für internationale Studierende oder Studierende, die sich im Ausland aufhalten, schaffen zeit- und ortsungebundene Prüfungen neue Partizipationsmöglichkeiten, die bisherige Präsenzprüfungen nicht leisten konnten.


Online-Prüfungsaufsicht und Datenschutz bei Proctorio

Die Proctorio GmbH ist ein Softwareunternehmen, welches eine DSGVO-konforme und automatisierte Online-Prüfungsaufsicht mit Identitätsverifizierung anbietet, um ortsunabhängige Prüfungen zu ermöglichen. Bei der Software handelt es sich um eine skalierbare Browser-Erweiterung, die mit allen gängigen Lernmanagement-Systemen kompatibel ist.  

Die Daten der Prüfungsteilnehmenden werden in einem europäischen Rechenzentrum (ISO 27001 zertifiziert) von Microsoft® AZURE in Amsterdam bzw. Frankfurt verschlüsselt gespeichert (AES 256). Durch die Zero-Knowledge Verschlüsselung, erhält lediglich die jeweilige Hochschule den Schlüssel, um die Daten zu entschlüsseln. Keine andere Partei, auch nicht Proctorio, hat Zugriff auf die Daten. Der Daten-Prozess ist von der Datenschützerin von Proctorio geprüft und wird laufend von den Datenschutzbeauftragten der Hochschulen bestätigt. Die Löschung der Daten erfolgt automatisch in dem von der Hochschule festgelegten Zeitraum. Dieser Zeitraum kann, je nach den geltenden Aufbewahrungsfristen 30, 180 oder 365 Tage betragen. In seltenen Fällen kommt es zu Aufbewahrungsfristen von 2-3 Jahren.