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Studieren ohne Abitur – macht das Sinn?

15. April 2015 von Fabian Haubner in Tipps & Ratgeber

Das Abitur gilt seit jeher als die Eintrittskarte zum Studium schlechthin. Wer das nicht hat, für den ist die Weiterbildung an der Hochschule unmöglich. Als einzige Patentlösung gilt da: die Hochschulreife nachholen, entweder per Fernstudium oder an der Abendschule. Beides sind Wege, die – trotz ihrer Flexibilität – nicht immer für alle realisierbar sind. Doch es ist nicht ganz richtig, das Abitur als einzige Patentlösung anzusehen.

Seit 2009 ist es auch möglich, den Wunsch nach einem Studium anders zu verwirklichen. Doch wie genau geht das? Für welche Fächer kommt das in Frage und welche Voraussetzungen muss man erfüllen, damit man das Fehlen des sonst so weit verbreiteten Abschlusses ausgleichen kann?

Über Schleichwege zum Studium

Da jedes Bundesland seine eigenen Vorgaben hat, muss man sich beim Hochschulkompass nach den individuellen Voraussetzungen erkundigen. Sorgfältig vergleichen, was am besten zum den schon erworbenen Abschlüssen passt, ist ein Muss.

Kann man aber kein passendes Angebot für sich finden, gibt es eine Vielzahl an Online-Angeboten, auf die man meist ohne Probleme ausweichen kann. Solche Akademien haben sich auf das Fernstudium ohne Abitur spezialisiert und bieten interessante Möglichkeiten. Man ist nicht ortsgebunden und kann das Studium gegebenenfalls komplikationsloser in seinen Alltag einbinden.

Berufserfahrung reicht meist schon aus

Die AKAD-Hochschule ist so ein Anbieter. Hier liegt die Spezialisierung auf den Bereichen der Wirtschaft, Technik und des Managements. Die Zulassungsbedingungen sind exemplarisch für andere vergleichbare Anbieter: Studieren kann jeder, der bereits eine solide Berufsausbildung als Hintergrund hat. Doch nicht nur das, sie muss mindestens zwei Jahre gedauert haben und man sollte wenigstens drei Jahre in dem entsprechenden Beruf gearbeitet haben.

Außerdem muss der berufliche Hintergrund zum angestrebten Studium passen. Zugegebenermaßen ein Wermutstropfen, denn ist das Studium schon lange ein Herzenswunsch und man will einen radikalen Richtungswechsel, kann das schwer zu vereinbaren sein. Andererseits ist es von Vorteil, im selben Fachgebiet zu bleiben, denn so kann man sich eventuell schon ein Semester sparen und zudem auch schon praktische Erfahrung vorweisen. Mit Letzterem hat man grundsätzlich die Nase vorn. Gleiches gilt, wenn man bereits einen Meistertitel oder eine vergleichbare Qualifikation erworben hat.

Ganz grenzenlos ist die Auswahl aber nicht. Bei einigen Fächern ist der Zugang über solche Schleichwege noch völlig versperrt. Ohne Abitur geht z.B. bei einem Fach wie Medizin nichts. Da muss man in den sauren Apfel beißen und die Schulbank noch ein mal drücken. Bei anderen Fächern gibt es Zulassungsprüfungen, die die Qualifikation des Kandidaten testen. Manche Tests können auch für Berufserfahrene eine ernste Hürde sein.

Hohes Allgemeinwissen ist von Vorteil

Es ist ohne Frage ein großer Schritt, nach einem schon erlernten Beruf umzusatteln und sich für ein Hochschulstudium zu entscheiden. Sieht man sich die Bedingungen an, ist das immer mit einem radikalen Umbau der aktuellen Lebensumstände verbunden. Denn mit dem Studium kehrt man bewusst wieder in eine Ausbildungssituation zurück. Eine Schwierigkeit, mit der viele nicht rechnen, ist wenn das Studium an Wissen anknüpft, das im Rahmen des Abiturs vermittelt wurde. Unter Umständen hat man also mehr Arbeit als den bloßen Studienstoff. Und doch hat man ein entscheidendes Ass im Ärmel: Denn es ist gerade diese Ausgangsposition, die der eigentliche Luxus ist. Mit einer schon absolvierten Berufsausbildung hat man eine Sicherheit im Hintergrund, die einen durch so manche Sinnkrise während des Studiums navigieren kann.

Fazit

Ein Studium ohne Abitur ist ohne Zweifel eine große Entscheidung. Doch schlägt man diesen Weg ein, geht man ihn oft bewusster. Denn man hat sich nach reiflicher Überlegung dafür entschieden, ganz ohne äußere Druckfaktoren wie Umwelt und Eltern. Man weiß genau, worauf man sich einlässt und handelt meist aus dem Wunsch heraus, sich in seinem Fachbereich vertiefend weiter zu bilden und auch seine Karriere in dieser Hinsicht optimal weiter auszubauen.

Durch die verschiedenen Rahmenbedingungen ist ein Studium ohne Abitur sicherlich nicht für jeden geeignet und macht nicht für jede Karriere Sinn. Hat man erst ein mal eine Nische für sich gefunden, ist es aber eine Chance, die man ergreifen sollte.