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Welche Prüfungsformate gibt es im Fernunterricht?

23. Mai 2013 von in Tipps & Ratgeber

Private, staatlich zugelassene Fernlehrinstitute und öffentliche Hochschulen bieten eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten per Fernstudium mit unterschiedlichen Abschlüssen und dementsprechenden Prüfungsformaten an. Thematisch und inhaltlich gibt es praktisch keine Einschränkungen. Ob Wirtschaft, Technik, Sprachen oder Informatik - fast alle Wissensbereiche werden abgedeckt. Der Dschungel der erforderlichen Prüfungsformate für die verschiedenen Abschlüsse ist allerdings nicht leicht zu durchschauen. Hier gibt es viele Zuständigkeiten und Qualitätsanforderungen von der einfachen Teilnahmebescheinigung über Zeugnisse und Zertifikate bis hin zu anerkannten IHK-, Schul- oder Hochschulabschlüssen.

Das Fernstudium wird immer beliebter

Nicht zuletzt wegen der zeitlichen Flexibilität und räumlichen Unabhängigkeit vom Standort der Anbieter erfreut sich die Weiterbildung per Fernunterricht in Deutschland einer stetig wachsenden Beliebtheit. Hatten im Jahr 2004 noch rund 250.000 Menschen einen Fernlehrgang bzw. -studium belegt, waren es 2010 bereits etwa 400.000. Ende 2012 boten knapp 500 zertifizierte Anbieter fast 3.000 staatlich zugelassene Fernlehrgänge an - der Hochschulbereich noch nicht mit eingeschlossen. Viele Teilnehmer solcher Lehrgänge berichten, dass sie dadurch beruflich aufgestiegen sind, mehr Geld verdienen oder überhaupt eine Arbeit gefunden haben. Auch Arbeitgeber schätzen sehr, wenn sich ihre Mitarbeiter auf freiwilliger Basis weiterbilden.

Der Ablauf von Fernunterricht und Fernstudium ist bei allen Lehrgängen ähnlich. Der Teilnehmer bekommt seine Lehrmaterialien, arbeitet sein Pensum ab und wird mehr oder weniger häufig geprüft. Dabei kann es sich um die Abgabe von einfachen Lernaufgaben handeln, um Semesterarbeiten, um Online- oder Präsenzprüfungen etc. und natürlich um eine Abschlussprüfung am Ende des Lehrgangs oder Studiums. Die Dauer bzw. die geforderte Stundenzahl hängt von der Qualität des Abschlusses ab. Ein IHK-Diplom beispielsweise kann man nicht in einem halben Jahr erlangen.

Akademische und nicht-akademische Abschlüsse

Die Vielzahl der unterschiedlichen Abschlussformen ist etwas verwirrend. Grundsätzlich werden zwei Haupt- und mehrere Unterkategorien unterschieden. Die primäre Unterteilung bezieht sich auf akademische bzw. nicht-akademische Abschlüsse. Erstere sind unterteilt in

  • Bachelor,
  • Master,
  • Diplom,


letztere in

  • Schul-,
  • Kammer-,
  • Verbands-,
  • institutsinterner Abschluss sowie
  • Hochschulzertifikat.

Unterschiedliche Prüfungsformate für unterschiedliche Abschlüsse

Den unterschiedlichen Abschlüssen sind unterschiedliche Prüfungsformate und auch -organe zugeordnet. Ein akademischer Abschluss kann nur an Fernunis und Präsenzhochschulen mit einem Fernstudienangebot erlangt werden. Sowohl die Ausbildung als auch die Prüfungen finden unter deren Regie statt. Bei den Prüfungsformaten gelten die gleichen Regeln und Vorschriften wie an anderen Hochschulen. Auch das als nicht-akademisch eingestufte Hochschulzertifikat wird ausschließlich von Hochschulen betreut.

Beispiel: Fernstudium

Deutschlands wohl bekannteste Fernuni in Hagen verlangt pro Semester zu festgelegten Terminen beispielsweise eine Klausur, eine Hausarbeit sowie eine mündliche Prüfung (mit leichten Abweichungen je nach Fakultät). Die Klausuren können bei angeschlossenen Partnerhochschulen geschrieben werden, die mündlichen Prüfungen finden meistens in Hagen statt.

Nicht-akademische Abschlüsse

Die Vorbereitung der anderen vier nicht-akademischen Abschlüsse erfolgt durch die Fernlehrinstitute. Ein institutsinterner Abschluss beruht allein auf den Voraussetzungen des Anbieters und seinen Prüfungsformaten und hat unter Umständen keine besondere Aussagekraft. Wenn keine Präsenzprüfungen stattfinden, gibt es keine Möglichkeit einer wirklichen Leistungskontrolle der Teilnehmer durch die Institute.

Beispiel: Abitur per Fernlehrgang

Für Schulabschlüsse auf dem zweiten Bildungsweg sind die Kultusministerien der Länder zuständig. Während der Studienzeit bekommt der Teilnehmer nach der Bearbeitung der Schulungsunterlagen jeweils einen Test zugesandt, der absolviert und benotet wird. Die sogenannte Externenabiturprüfung zum Abschluss erfolgt meistens am Standort des ausgewählten Instituts - nach den gleichen Kriterien wie an Gymnasien: Es sind vier mündliche und vier schriftliche Prüfungen, darunter in den beiden Leistungskursen, abzulegen.

Beispiel: IHK und Handelskammer

Je nach Ausbildung ist eine Zwischen- und eine Abschlussprüfung vorgeschrieben, oft unterteilt in eine fachspezifische, praktische und eine theoretische Prüfung, die auch allgemeine Themen wie Deutsch, Mathematik, Wirtschafts- und Sozialkunde enthalten kann. Die Prüfungen werden in der Regel am Ort der Kammer durchgeführt und auch von deren Prüfern bewertet.

Beispiel: Verbandsabschluss

Ein Verbandsabschluss hat je nach Lehrgang vor den entsprechenden, staatlich anerkannten Berufsverbänden zu erfolgen. Die Vorbereitung leisten die Fernlehrinstitute, die mündlichen und/oder schriftlichen Prüfungen unterliegen den Vorschriften der Verbände. Wenn Sie die Teilnahme an einem Lehrgang im Fernunterricht planen, sollten Sie sich neben den inhaltlichen Vorgaben also auch genau über die jeweiligen Prüfungsbedingungen und -formate sowie die zu erreichenden Abschlüsse informieren.

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Bildnachweis: CC-BY/Pictography/pixabay