Heute nachmittag habe ich die Einsendeaufgabe vom Studienheft WeTe12 an meinen Studienleiter geschickt. Somit habe ich 13 von 26 Studienheften durchgearbeitet und die Hälfte meines Fernstudiums hinter mich gebracht. Mein Notendurchschnitt liegt aktuell bei 1,4 und in Anbetracht der Tatsache, dass ich vor 5 Wochen noch kurz vor dem Aufgeben stand, bin ich echt stolz wie Oskar. Aber eins nach dem anderen. Der letzte Blogpost hatte ja damit geendet, dass ich meine ESA Nr.11 zum Thema Public Relations mit sehr gemischten Gefühlen auf den Weg gebracht hatte.
Um mich etwas von dem Stress abzulenken der mir wegen dieser ESA im Magen lag, stürzte ich mich wieder in jegliche Arbeit die mir unter die Finger kam und natürlich auch auf das Studienhaft Nr. 12 zum Thema Funk. Wieder einmal war meine Verwunderung groß, auf welche Sachen man alles achten muss wenn man einen Funkspot publizieren will der auch ins Ohr geht. Sendezeiten, Art des Senders, Zuhörerschaft, die Art des Funkspots und die Position im Radioprogramm…..alles in allem aber höchst interessant.
An dieser Stelle muss ich übrigens mal etwas beichten. In fast den gesamten Studienheften sind immer Links und Adressen angegeben über die man sich zum aktuellen Themengebiet informieren kann und soll. Gerade im aktuellen Heft wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass man sich so viele Funkspots wie möglich anhören soll bevor man auch nur den ersten Satz des Spot-Textes schreibt. Nun…..ich habe mir keinen einzigen Spot angehört, genauso wenig wie ich nach anderen Plakaten, Werbebriefen, PR-Texten, Bus-&Bahnwerbungen oder Einladungen geschaut habe.
Ich persönlich glaube fest daran, dass sich meine Kreativität nur dann voll entfaltet, wenn Sie ausschließlich aus mir selbst kommt. Wenn ich mir andere Sachen anschaue, dann kann ich in Versuchung geraten irgendetwas ähnliches machen zu wollen oder etwas abzukupfern. Die technischen Möglichkeiten die mir für meine Werbebotschaften zur Verfügung stehen, werden mir perfekt durch die Studienhefte nahe gebracht. Was danach kommt muss von mir kommen – diesen Anspruch habe ich. Es ist zudem ein sehr schönes Gefühl wenn man sagen kann: In meinen Lösungen ist jedes einzelne Wort auf meinem Mist gewachsen!
Mittlerweile traf auch die ersehnte E-mail vom smartLearn-Campus der HAF ein. Dieses Mal war es fast wieder so spannend wie bei den ersten ESA´s, ich hatte ein ungutes Gefühl, weil ich meine Leistung im PR-Bereich echt nicht einschätzen konnte. Aber nach 5-minütigen Bangen hatte ich die Ziffer vor Augen, welche mich sehr überraschte und erleichterte: Eine glatte 1,0 puuuh! Da war natürlich der Elan groß, gleich mit der Funk-ESA noch eine gute Note nachzulegen. Ein Blick auf die ESA vom WeTe12 raubte mir aber ein gutes Stück meiner Zuversicht…
Ausgerechnet ein Funkspot für Media Markt. Also viele Unternehmen gibt es nicht, gegen die ich mehr Abneigung verspüre als gegen diesen Laden, der seinen Kunden Tag für Tag folgende Message einbläut: Ich bin doch blöd, ich bin doch blöd, ich bin doch blöd. Der gebildete Leser weiß ja wahrscheinlich, dass unser Unterbewusstsein das Wörtchen “nicht” kaum wahrnehmen kann und somit kommt eben o.g. Message im Hirnkasterl an. Ähnlich wie bei meinen speziellen klerikalen Freunden: Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa und dabei noch schön die Meridiane beklopfen……da steigt mir die Galle hoch!
Naja, ist ja alles nur fürs Fernstudium, deswegen muss ich ja noch lange nicht in den Laden gehen und diese Strategien unterstützen. Zähne zusammenbeissen und durch. Seltsamerweise fielen mir Funkspots noch und nöcher ein sobald ich mich an die Arbeit gesetzt hatte – 6 Funkspots á 30 sek sollte ich kreieren und als ich nach 4h auf meine Dateien schaute, da hatte ich schon 10 Stück beisammen. Das fürchterliche bei dieser Einsendeaufgabe waren allerdings nicht die Texte, sondern das Vorsprechen um den Zeitrahmen zu realisieren.
Ich wartete immer bis ich mich unbeobachtet wähnte und dann schlüpfte ich in die Rolle des Radiosprechers. Mit der Stoppuhr in der Hand rezitierte ich lautstark meine getexteten Funkspots. Spätestens nach dem zweiten Spot hatten sich jedoch bereits meine Kinder angeschlichen und brüllten los vor Lachen. Also schickte ich meine Mädels zum Schlittschuh laufen, damit ich heute nachmittag meine Ruhe hatte. Tatsächlich ging auch gegen 17 Uhr die Einsendeaufgabe heraus – vor circa einer halben Stunde kam auch bereits die E-Mail mit der Benotung meiner Arbeit: Die erste 0,7 Summa Cum Laude!!!!
Das ist doch wirklich einmal ein Grund zum feiern. Deswegen gönne ich mir jetzt gleich, zusammen mit meiner Family zwei große Pötte mit gutem Demeter Bio-Eis (Nuss und Erdbeere – GÖTTLICH!!). Selbstverständlich liegt das Studienheft WeTe13 schon auf meinem Schreibtisch. In diesem Heft geht es unter anderem um Fernsehspots. Leichtsinnigerweise warf ich schon einmal ein Blick auf die nächste ESA die mir bevorsteht und da – meine lieben Leser – und da traf mich wirklich fast der Schlag! Einen Fernsehspot für Mc Donalds soll ich mir einfallen lassen – NEEEEEEEIIIIIN! Mir bleibt wirklich nichts erspart. Ich bin mir zu 100% sicher, dass es jetzt wirklich nicht mehr schlimmer kommen kann. Deshalb, aus aktuellem Anlass:
DAS WORT ZUM FREITAG:
Zum Thema Mc. Donalds und Media Markt (wenn auch nicht in direktem Bezug) fallen mir die Worte des seligen und von mir hochverehrten Dr. Max Otto Bruker ein, welcher schon in den 60er und 70er Jahren propagierte: Kaufen Sie nichts wofür Werbung gemacht wird! (ja ich weiß dass ich gerade ein Fernstudium zum Werbetexter mache) Gerade in puncto ernährungsbedingter Krankheiten, welche angeblich 80% aller internistischen Krankheitsbilder ausmachen, zeigt sich der Wahrheitsgehalt dieser weisen Worte von Jahr zu Jahr mehr. Deshalb gilt für mich: Für mein Fernstudium schreibe ich natürlich auch Werbespots für das o.g. Unternehmen, in meinem Berufsalltag würde ich mir aber eher eine Hand abhacken, bevor ich auch nur ein einziges Wort für den Laden schreiben würde. Nicht für alles Geld der Welt. Basta!