Werthers Echte und Interpunktion
Keine Sorge, ich trage mich nicht schon wieder mit dem Gedanken, das Handtuch zu werfen und mein Fernstudium abzubrechen. In letzter Zeit passiert nur sehr viel in meinem privaten Umfeld…sorry, aber wenn jeden dritten Tag der altbekannte Hiob höchstpersönlich vor der Türe steht, dann fehlt irgendwie die Ruhe und Gelassenheit zum lernen. Vielleicht liegt es am Alter, aber die Frequenz in der ich gravierende Änderungen und Hiobsbotschaften verkraften kann, ist deutlich niedriger geworden. Das schöne an solchen Zeiten ist jedoch, dass auch diese vorbei gehen und besseren weichen müssen.
Vor 14 Tagen feierten meine Frau und ich wieder einmal eine größere Party. Circa 100 Leute waren eingeladen und es sind auch wirklich fast alle gekommen. Mitten in der Feier kam eine alte Freundin von mir und drückte mir eine große Packung Werthers Echte in die Hand. Als Sie mein fragendes Gesicht sah, meinte Sie: “Jetzt krieg mal Deinen Hintern hoch und mach mit Deinem Fernstudium weiter – ich lese doch Dein Blog so gerne!” OK, mir war nicht bekannt, dass auch mein erweiterter Bekanntenkreis bereits von diesem Blog erfahren hatte. Ich versprach ihr (etwas leichtfertig), möglichst bald wieder meine Studien aufzunehmen.
Das nachfolgende Gespräch mit meiner Freundin, in dem es vor allem darum ging, warum ich denn schon wieder eine längere Pause mache, stimmte mich allerdings sehr nachdenklich – denn ihre Lebenssituation war deutlich schlechter als die meinige. Lange Rede, kurzer Sinn: Zwar sind momentan Sommerferien in Bayern und meine Kids wünschen ganztägliche Bespaßung, aber dennoch will ich versuchen, mich wieder mehr dem Fernstudium zu widmen. Obwohl ich zurzeit mit irgendwelchen Versprechungen sehr zurückhaltend bin, denn wie bereits erwähnt, gibt es irgendwie fast jedes Tag ein neues, zusätzliches Problemchen.
Außerdem bin ich auch noch auf ein anderes Phänomen gestoßen: Kreatives Texten und Interpunktion – braucht ein guter Texter immer jemanden von außerhalb, der das Geschreibsel Korrektur liest? Diese Frage ist aus folgender Situation heraus entstanden: Meine Frau und ich schreiben/kreieren hauptsächlich Texte für Bloofusion (meine Frau eher mehr, ich eher weniger). Die Texte lesen wir dann selbst noch einmal Korrektur – aber irgendwie übersehen wir Kommafehler über Kommafehler. Wenn unser Chef die Texte gegen liest und missmutig die Kommafehler bemängelt, dann können wir ihm nur zustimmen, denn die Kommaregeln kennen wir ja eigentlich schon.
Da taucht für mich zwangsläufig die Frage auf, ob es nur uns so geht oder ob dieses Problem in der Texterwelt bekannt ist. Also dass man die Kommafehler in den eigenen Texten übersieht. Kann uns vielleicht jemand einen Tipp geben, denn das stört mich mittlerweile wirklich gewaltig. Unser Chef hat vorgeschlagen, die Texte auszudrucken um sie anschließend Korrektur zu lesen – das machen wir zwar jetzt, aber so ganz zufrieden bin ich mit dieser Vorgehensweise noch nicht. Mir persönlich scheint die These naheliegend, dass man als Schreiberling derart auf den Inhalt und die Kreativität der Texte fixiert ist, dass man die Interpunktion irgendwie nicht richtig wahrnimmt. Andererseits klappt es mit der Rechtschreibung ja auch….
Auf jeden Fall bin ich für jede Anregung dankbar. Ein Texter der Probleme mit der Interpunktion hat, ist zwar nicht ganz so daneben wie ein farbenblinder Busfahrer, aber gewisse Parallelen gibt es da schon. Ich bin übrigens immer noch beim Studienheft WETE14 und somit bei der ESA-Aufgabe mit der Gewinnspiel-Kampagne für Dallmayr Prodomo. Gestern Abend habe ich mal meine Unterlagen abgestaubt, meine Bleistifte gespitzt und meine bisherigen geistigen Ergüsse zu diesem Thema in Augenschein genommen. Zweifelsohne ein interessantes Thema, jetzt muss ich nur noch ein klein wenig den Kopf frei bekommen, dann kann es wieder los gehen. Kann man die Studienzeit für ein Fernstudium eigentlich verlängern???
